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Sankt Augustin: Bebauungspläne der alten Gärtnerei - keine Entscheidung

Lange Debatte um Bebauung : Keine Entscheidung um altes Gärtnereigelände in Sankt Augustin

Stundenlang wurde über Stellplätze, Gebäudehöhen oder alternative Energien diskutiert. Schließlich wurde die Entscheidung zur Offenlage über die Bebauung auf dem alten Gärtnerei-Gelände auf eine kommende Sondersitzung vertagt.

Die Offenlage der aktuellen Pläne zur Bebauung auf dem Gelände der alten Gärtnerei sollte eigentlich in der Sondersitzung des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses am Dienstagabend beschlossen werden. Dazu kam es jedoch nicht, denn die Fraktionen der CDU, der SPD und der Grünen hatten am Tag der Sitzung zahlreiche Anträge eingereicht.

Fast vier Stunden lang befasste sich der Ausschuss mit dem Baugebiet und den Wünschen der Politiker, wie zum Beispiel mehr Parkplätze zu errichten, geförderten Wohnungsbau im Wohngebiet besser zu verteilen mehr Photovoltaikanlagen auf die Dächer zu bringen, die Gebäude an der Mittelstraße zurückzuversetzen oder die Müllcontainer unterirdisch anzulegen beziehungsweise mehr Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge vorzusehen. Einen Beschluss gab es auch nach der Sitzungsunterbrechung nicht.

Die Entscheidung wurde vertagt und soll nun in einer weiteren Sondersitzung am Mittwoch, 24. Juni, um 17 Uhr beschlossen werden. Die Verwaltung habe den Auftrag, die bisherige Beratung „als Paket mitzunehmen“ und einen entsprechenden Beschlussvorschlag zu erarbeiten, formulierte es der Ausschussvorsitzende Marc Knülle (SPD). In den Beratungen während der Sitzungsunterbrechung habe sich abgezeichnet, dass eine Einigung möglich sei, so Knülle.

Mit Optimismus eröffnete der Erste Beigeordnete Rainer Gleß den Tagesordnungspunkt und kündigte an: „Wir sind so weit, dass wir in die Offenlage gehen können“. Der Bebauungsplan solle sechs statt der vorgeschriebenen vier Wochen ausgelegt werden, eine weitere Informationsveranstaltung solle während der Offenlagezeit stattfinden und nach der Sommerpause könne dann die Offenlage abgeschlossen werden.

Dieser Zeitplan ist auch mit der neuerlichen Verzögerung noch nicht vom Tisch, denn man einigte sich vor der Hauptausschuss erneut, eine Sondersitzung des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses zu terminieren. Das neue Baugebiet soll vor allem Barrierefreiheit, Klimaschutz und die Mobilitätswende vereinen. Dort entstünden 189 neue Wohneinheiten mit mehr als 400 Menschen, die neue Kundschaft in die Burgstraße bringen werden, so Gleß.

Der Projektleiter des Investors „Wohnkompanie“ Stefan Nagel skizzierte, was an der alten Gärtnerei geplant ist. Wichtig sei die Grünachse von der Marktstraße Richtung Sportplatz. Die Erschließung des Gebietes werde über eine neue Straße erfolgen, die die Mittelstraße mit der Marktstraße verbindet. Von Norden nach Süden gebe es ebenfalls eine Erschließung bis hin zur neuen sechsgruppigen Kita. Im mittleren Bereich des gut zwei Hektar großen Gebietes seien die Gebäude dreigeschossig, an den Rändern zweigeschossig plus Staffelgeschoss.

Von der neuen Straße, die man über die Mittelstraße erreichen könne, gebe es Zufahrten zu den Tiefgaragen. „Der Verkehr soll auf der West-Ost-Achse gebündelt werden, um so mehr freie Flächen für Radfahrer und die Fußgänger zu haben“, erläuterte Nagel. Für jede Wohneinheit gebe es einen Stellplatz in den Tiefgaragen. Oberirdisch kommen nochmal 60 Stellplätze hinzu, allein 17 vor der neuen Kita.

Nach Meinung von CDU und SPD ist das zu wenig. Die Christdemokraten forderten in ihrem Antrag zwei Stellplätze pro Wohneinheit. Auch wenn Claudia Feld-Wielpütz dies etwas relativierte und den Wunsch äußerte, dass die Verwaltung prüfen möge, was möglich sei. Unterstützung bekam sie von Karl-Heinz Schütze (FDP). „Es gibt deutlich zu wenig Stellplätze“, formulierte er. In der ersten Variante der Bebauung seien 35 Stellplätze mehr vorgesehen, vielleicht könne man darauf zurückgreifen, so sein Kompromiss-Vorschlag.

Für Gleß ein offenbar schwieriges Unterfangen: „Ich habe den Eindruck, wir opfern städtebauliche Aspekte und Biodiversität, weil wir um jeden Stellplatz feilschen“, so seine Kritik. Er wolle die Mobilitätswende in Menden nicht erzwingen. „Aber wir wollen tragfähige Lösungen anbieten“, so Gleß.