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Sankt Augustin: Eltern sorgen sich um Kita-Plätze in Hangelar

Keine Kita an der Richthofenstraße : Eltern sorgen sich um Kita-Plätze in Hangelar

Die Stadt Sankt Augustin nimmt Abstand von der Idee, in Hangelar eine Interims-Kita einzurichten. Sie will nun in Niederpleis neu planen. Eltern fürchten um die bereits zugesagte 40 Kita-Plätze.

Die Stadt Sankt Augustin rückt von ihren Plänen ab, in Wohncontainern an der Richthofenstraße in Hangelar vorübergehend eine viergruppige Kita einzurichten. Wie berichtet, verzögert sich der Fertigstellungstermin, weil das Gelände auf Kampfmittel überprüft werden muss. Die Verwaltung hat bereits einen Elternbrief verschickt, wonach der geplante Eröffnungstermin 1. Dezember nicht zu halten ist.

Der Beigeordnete Ali Dogan berichtete im Finanzausschuss, dass eine Überprüfung des Geländes durch den Kampfmittelräumdienst aufwendig sei, weil Gebäude und Boden abgetragen werden müssen. Die Folge wären Mehrkosten und weiterer Zeitverzug. Außerdem sei der Ausgang der Überprüfung, auch wegen der Nähe zum bereits im Zweiten Weltkrieg genutzten Flugplatz Hangelar, ungewiss.

Sechsgruppige Kita soll am Schützenweg entstehen

Ein Risiko, das sich nach Ansicht der Verwaltung für eine Interims-Kita nicht lohnt. Deshalb suchte die Arbeitsgruppe Kita der Stadt nach einer Alternative und hat diese am Schützenweg in Niederpleis gefunden. Dort steht ebenfalls eine Flüchtlingsunterkunft, die dauerhaft zu einer sechsgruppigen Kita umgebaut werden könnte. Der Landschaftsverband Rheinland hat dafür bereits grünes Licht gegeben, die notwendigen politischen Beschlüsse stehen noch aus.

Im Finanzausschuss sorgten die neuen Pläne für zahlreiche Fragen. Die Idee, mehr Kita-Plätze zu schaffen, die auch noch dauerhaft nutzbar sind, stieß zwar auf Zustimmung. Aus Sicht der Kommunalpolitik muss jedoch noch aufgearbeitet werden, wo bei der gescheiterten Kita Richthofenstraße die Fehler liegen. Möglicherweise droht der Stadt auch noch Schadenersatz. Betroffene Eltern sprechen von einem Skandal: „Wir gehen davon aus, dass das Kindergartenjahr 2020/2021“ völlig verloren ist für die 40 reservierten Kinder.“ Dogan bestätigte auf Nachfrage im Ausschuss, dass noch nicht alle Bedarfe von Eltern, die ihr Kind in der Richthofenstraße angemeldet hatten, gedeckt sind.