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Sankt Augustin/Hennef: Telefonbetrüger aktiv - Rentner Opfer

Sankt Augustin und Hennef : Telefonbetrüger erbeuten mit Horror-Geschichte mehr als 50.000 Euro

In Sankt Augustin haben Telefonbetrüger ein Ehepaar unter Druck gesetzt und mehr als 50.000 Euro erbeutet. Eine 87-jährige Henneferin hingegen ging weiteren Betrügern nicht ins Netz.

Am Mittwochmittag haben Telefonbetrüger in Sankt Augustin mehr als 50.000 Euro von einem Ehepaar erbeutet. Gegen 12.30 Uhr rief eine unbekannte Frau bei der 73-Jährigen und ihrem 78 Jahre alten Ehemann an und schilderte, dass die Tochter des Paares bei einem Verkehrsunfall einen Fahrradfahrer getötet habe. Die Betrügerin schilderte weiter, dass die Tochter nun in der Schweiz im Gefängnis säße und nur gegen die Zahlung einer Kaution aus dem Polizeigewahrsam entlassen werden könne. Die 73-Jährige gab das Telefon an ihren Mann. Diesen forderte die Unbekannte am Telefon dazu auf, umgehend zum Bonner Landgericht zu fahren um dort mit einem Staatsanwalt namens „Dr. Diekmann“ zu sprechen, der an der Entlassung der Tochter beteiligt sei.

Wie die Polizei mitteilte, erschien derweil gegen 15.30 Uhr ein Mann bei der 73-Jährigen, der die Kaution abholen sollte. Der Mann, der die Frau in die Wohnung drängte und Schmuck und Wertsachen im Wert von mehr als 50.000 Euro in einem rosa Beutel mit nahm, soll zwischen 35 und 40 Jahre alt und eher ungepflegt gewesen sein. Er verschwand in eine unbekannte Richtung. Der 78-Jährige, der in der Zwischenzeit am Bonner Landgericht angekommen war, fragte den Pförtner nach „Dr. Diekmann“ und erfuhr, dass dieser dort nicht arbeitete. Als den beiden Geschädigten der Betrug bewusst wurde, alarmierten sie die Polizei, die die Täter jedoch nicht mehr fassen konnten.

Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlung auf und sucht nun nach Zeugen, die Verdächtiges im Zusammenhang mit der Tat beobachtet haben. Zeugen, die im Bereich des „Alten Niederberges“ in Sankt Augustin ein verdächtiges Fahrzeug oder einen männlichen Brillenträger im Alter von 35 bis 40 Jahren gesehen haben, der eine Kappe, blaue Jeans mit Fransen und einer Strickjacke gesehen haben, sollen sich bei der Polizei unter der Rufnummer 02241/5413321 melden.

Größeres Glück hatte hingegen eine 87-jährige Henneferin. Gegen 16 Uhr rief eine Unbekannte die Frau aus Stoßdorf an und gab sich als ihre Schwiegertochter aus. Wie die Polizei mitteilte, schilderte die Unbekannte die gleiche Geschichte über einen tödlichen Verkehrsunfall in der Schweiz und bewegte die 87-Jährige dazu, rund 25.000 Euro bei der örtlichen Sparkasse abholen zu wollen. Als die Henneferin dort ankam, reagierte jedoch die Mitarbeiterin der Bank und benachrichtige die Polizei. Zivile Ermittler schalteten sich in den Fall ein, eine Geldübergabe fand jedoch nicht statt.

Die Polizei sucht dennoch Zeugen, die am Mittwoch verdächtige Beobachtungen im Bereich Hennef-Stoßdorf beobachtet haben, die im Zusammenhang mit dem Telefonbetrug stehen könnten. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02241/ 5413521 entgegen.