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Sankt Augustin: Mutmaßlicher Serientäter nach Einbruch vor Gericht

Prozessauftakt vor dem Bonner Landgericht : Mutmaßlicher Serientäter aus Sankt Augustin nach Einbruch vor Gericht

Ein junger Mann aus Sankt Augustin steht derzeit vor dem Bonner Landgericht. Der vielfach Vorbestrafte muss sich wegen zahlreicher Delikte – von schwerem Raub über Körperverletzung bis hin zu Diebstahl und Beleidigung – verantworten.

Der schmächtige junge Mann wollte sichtlich nicht auffallen: Mit tief gesenktem Haupt versuchte der 25-jährige Angeklagte, sich auf einen Platz in der hintersten Ecke des Gerichtssaals zu setzen, nachdem ein Justizbeamter ihm die Handschellen abgenommen hatte. Der vielfach Vorbestrafte muss sich wegen zahlreicher Delikte – von schwerem Raub über Körperverletzung bis hin zu Diebstahl und Beleidigung – verantworten. Sechs Klageschriften wurden für das Verfahren verbunden. Erst nachdem ihm seine Anwälte bedeutet hatten, dass sein Platz vorn auf der Anklagebank sei, ließ er sich zögernd zwischen den Verteidigern nieder.

Anders als der Mann, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, ließ sich ein mitangeklagter 26-Jähriger erst gar nicht vor Gericht blicken. Nach einem Anruf seines Verteidigers gab er an, wegen eines schmerzhaften Abszesses ins Siegburger Krankenhaus gegangen zu sein.

Die Tat, wegen der sich die beiden Männer verantworten sollten, geschah am 2. Oktober vergangenen Jahres: Gegen halb fünf in der Früh klingelte das Duo an der Haustür eines Bekannten des 25-Jährigen in Sankt Augustin. Unter dem Vorwand, man habe einen Ausweis bei ihm vergessen, brachten sie den Wohnungsbesitzer dazu, ihnen die Tür zu öffnen. Offenbar war der Mann den beiden im Treppenhaus entgegengekommen. Jedenfalls, so heißt es in der Anklage, sollen sie ihm gegen seinen Willen in die Wohnung im dritten Stock gefolgt sein.

Opfer mit Cuttermesser bedroht

Dort angekommen, bedrohten sie ihr Opfer mit einem Cuttermesser. Nach einer tätlichen Auseinandersetzung, aus der der Überfallene diverse Schürfwunden und Würgemale davontrug, sollen dem Opfer ein Handy, eine Geldbörse mit 430 Euro in bar und ein Laptop abgenommen worden sein. Erst dann verließen sowohl das Opfer als auch die Täter fluchtartig die Wohnung.

Nach dem Nichterscheinen des zweiten Angeklagten trennte der Vorsitzende Richter Wolfgang Schmitz-Justen dessen Verfahren kurzerhand ab. Nicht ohne dem Anwalt noch eine Frist für seinen Mandanten mit auf den Weg zu geben, binnen derer er sich mit einer hieb- und stichfesten Begründung für sein Fernbleiben entschuldigen müsse, wenn er eine Verhaftung vermeiden wolle.

Dem werden weitere Taten vorgeworfen

Die skizzierte Tat ist allerdings nicht die einzige, für die sich der bereits inhaftierte Angeklagte verantworten muss: In einem Fall soll er mit einem anderen Kumpanen in das Gartenhaus einer Familie in Sankt Augustin eingebrochen sein. Die Beute fiel mit ein paar Zigaretten zwar ziemlich dürftig aus, weil er aber auf frischer Tat erwischt worden war und die Eheleute versuchten, die Einbrecher festzusetzen, muss er sich nun nicht nur wegen Einbruchdiebstahls, sondern auch wegen Körperverletzung verantworten.

Weitere Taten, die dem Mann vorgeworfen werden, sind ein Verstoß gegen laufende Bewährungsauflagen, der Diebstahl zweier Fahrräder aus einer Sankt Augustiner Garage, eine Sachbeschädigung im Kinderzimmer seiner Ex-Ehefrau und ein weiterer schwerer Raubüberfall. Das letzte Vergehen soll sich am 10. März ebenfalls in Sankt Augustin ereignet haben: Hier soll der Mann mit einem wiederum anderen Bekannten einen 23-Jährigen an der Haltestelle Mittelstraße in Sankt Augustin überfallen haben.