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Sankt Augustin: Rückruf von FFP2-Masken aus Antonius Apotheke

Antonius Apotheke ruft Produkte zurück : FFP2-Masken aus Sankt Augustiner Apotheke sind fehlerhaft

Für besonders gefährdete Menschen gibt es seit Dienstag FFP2-Masken in Apotheken, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Bei einem Teil der seit Dienstagmittag in Sankt Augustin ausgegebenen Masken hat das Vlies Löcher.

FFP2-Masken sollen ihren Träger vor Feinpartikeln wie Staub und Aerosolen schützen und somit auch das Risiko einer Coronavirus-Infektion minimieren. Besonders Schutzbedürftige, darunter Menschen mit Vorerkrankungen oder älter als 65 Jahre, erhalten seit Dienstag jeweils drei FFP2-Masken kostenlos.

Kundinnen und Kunden der Antonius Apotheke an der Schulstraße 25 in Niederpleis, die ab Dienstagmittag ihre Masken abgeholt haben, sollten diese vorsorglich nicht nutzen und zur Apotheke zurückbringen, sagt Apothekerin und Inhaberin Astrid Legler: „Die Masken, die wir am Dienstagmorgen ausgegeben haben, sind nicht betroffen. Ab dem Mittag haben wir Masken ausgegeben, die wir extra bei einem deutschen Hersteller als Qualitätsware bestellt haben und die, wie sich jetzt herausgestellt hat, offenbar zum Teil defekt sind.“ Ein Kunde hatte der Apotheke mitgeteilt, dass das Filtervlies löchrig ist.

Legler ist es ein großes Anliegen, die Kunden sofort, schnell und transparent über die Probleme mit den Masken zu informieren: „Wir haben 3000 Masken bestellt und seit Dienstag sind bereits etwa 2000 Masken im Umlauf.“ Wer die Masken ins Gegenlicht halte, der sehe mehrere Reihen an Atemlöchern im Maskenmaterial. Die Löcher sind mit einem transparenten Vlies bedeckt, das bei einem Teil der Masken perforiert sei, also löchrig oder nicht vorhanden, hat die Apothekerin festgestellt: „Im Gegenlicht sieht man das recht schnell. Wir prüfen derzeit mit unseren Mitarbeiterinnen jede noch nicht ausgegebene Maske von Hand und haben auch einen Rückruf bei unseren Kunden gestartet.“

In den Atemlöchern der FFP2-Masken sollte ein feines Filtervlies sitzen. Bei einigen ist das defekt. Foto: Thomas Heinemann

Nach dreieinhalbstündiger Prüfung wagte Legler am Donnerstagnachmittag eine vorsichtige Schätzung: „Etwa ein Sechstel der Masken scheint betroffen zu sein.“ Den Hersteller, ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, habe sie bereits kontaktiert und dieser habe die Hinweise auch sehr ernst genommen.

Auf GA-Anfrage erklärte Maik Pommern, Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte mit Sitz in Bonn: „Derartige FFP2-Masken werden in der Regel als persönliche Schutzausrüstung in den Verkehr gebracht und müssen entsprechende DIN-Normen erfüllen. Für die Einhaltung der Normen in der Produktion sind die Hersteller selbst verantwortlich.“ Seitens der Landesbehörden seien dann die Bezirksregierungen für die Überwachung des Inverkehrbringers, also des Herstellers, zuständig.

Der Hersteller anwortete dem GA am späten Nachmittag, ein solcher Mangel sei ihm bislang nicht gemeldet worden. „Selbstverständlich werden wir den Fall umgehend prüfen, sobald ein solcher uns vorliegt“, so das Unternehmen. Die zuständige Bezirksregierung Köln war am Donnerstagnachmittag für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.