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Teilumzug des Sägewerks: Spaltmaschine sorgt für Ärger

Teilumzug des Sägewerks : Spaltmaschine sorgt für Ärger

Es ist ruhig an diesem ganz normalen Wochentag auf dem Gelände des Sägewerks Buchen. Rund herum an der Marienkirchstraße sind Wohnhäuser gebaut. Das war ganz anders, als der Großvater der Familie, Peter Buchen, das Werk vor 87 Jahren eröffnete.

"Da konnte man noch bis Bonn gucken", erinnert sein Enkel Christian Rösgen (30) an die Worte seines Opas. Er hat das Werk gemeinsam mit seinem Bruder Wolfram (34) im Jahr 2003 vom Vater übernommen.

Genau diese Entwicklung der Wohnbebauung rund um den Standort des Werkes bereitet heute immense Probleme. Immer wieder beschweren sich die Anwohner über den Lärm beim Bearbeiten der riesigen und schweren Holzstämme. Zugespitzt hat sich die Auseinandersetzung, als die Brüder vor knapp einem Jahr eine Spaltmaschine für Brennholz angeschafft haben. Sie lief knapp drei Wochen, bevor das Betriebsverbot durch die Stadt ausgesprochen wurde.

"Es war blauäugig von uns zu glauben, dass wir an unserem angestammten Standort auf dieser Fläche die Maschine betreiben können", merkt Christoph Rösgen heute an. Damals jedoch hatten er und sein Bruder noch fest daran geglaubt, dass es ausreiche, Gespräche mit den Nachbarn zu führen, die durchaus positiv verlaufen seien.

Was die beiden nicht wussten: Die Maschine auf dem Betriebsgelände befindet sich in einem reinen Wohngebiet. So gibt es der Bebauungsplan vor. Während die Lagerhalle mit den alten Maschinen gleich daneben auf einem sogenannten Mischgebiet steht, das auch Gewerbe erlaubt.

"Diese Maschine in einem allgemeinen Wohngebiet konnten wir nicht genehmigen", erklärte Pressesprecherin Eva Stocksiefen auf Anfrage. Dennoch sei die Stadt sehr bemüht, die Traditionsfirma zu unterstützen. Die Lösung wäre der Umzug der vollautomatischen Spalt- und Schneidemaschine, die kein Restholz mehr produziert, in das neue Gewerbegebiet in Buisdorf am Mittelfeld.

Der Aufstellungsbeschluss an dieser Stelle für einen geeigneten Bebauungsplan sei im Januar gefasst worden. Nach Vorgesprächen mit den Wasser- und Landschaftsschutzbehörden sei der Standort grundsätzlich geeignet. Was fehlt, ist der Bauantrag der Gebrüder Rösgen sowie die Vorlage eines Lärmschutz- und eines Bodengutachtens, erläuterte Stocksiefen. Dann sei es durchaus möglich, eine Baugenehmigung zu erteilen, auch wenn der Satzungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren noch nicht vorliege.

Trotz dieser Ausnahmeregelung zieht sich alles für die Sägewerk-Betreiber hin. Schon fast ein Jahr steht die teure Maschine nun still, das Brennholz wird weiterhin in der vorderen Halle per Hand geschnitten. Das ist inzwischen das Hauptgeschäft im Sägewerk Buchen. Neben der eigenen Herstellung von Kaminholz werden auch Pellets vertrieben. "Die beziehen wir von dem deutschlandweit größten Hersteller und vertreiben sie mit unserem Lkw mit Siloaufbau", erzählt Christoph Rösgen.

Derzeit werden die Holzscheite halbautomatisch erstellt. Ein sogenannter "Stehendspalter" spaltet die Stämme, die dann mit der Kappsäge auf das richtige Maß geschnitten werden. Standardmaße sind da 33 oder 25 Zentimeter. Ungefähr 500 Meter Brennholz werden so im Jahr auf Maß gebracht. Im Sägewerkgeschäft sei 2001 ein Einbruch gewesen. Die neue Bauholzverordnung und die Eurokrise macht Christoph Rösgen dafür verantwortlich.

Das sei dann auch die Zeit gewesen, in der sich die Familie für die erneuerbaren Energien entschieden hätte. Trotz der Auslagerung, die endlich die Zeiten der Proteste und Unterschriftensammlungen gegen das Werk in Sankt Augustin-Ort beenden soll, wird der Handel mit Bauholz bleiben, wo er ist. Die alten Maschinen seien einbetoniert und könnten daher nicht so ohne Weiteres versetzt werden.

Der Zimmermann weiß, dass das Sägewerk Buchen einen guten Ruf hat. Das Holz stammt aus dem Kottenforst und sei von guter Qualität. In erster Linie wird Buchenholz verarbeitet, aber auch Eiche und andere Laubbäume kommen unter die Sägen.