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SPD-Landeschef Thomas Kutschaty fordert Weiterbetrieb der Asklepios Kinderklinik

Besuch in Sankt Augustin : SPD-Landeschef Thomas Kutschaty fordert Weiterbetrieb der Asklepios Kinderklinik

Thomas Kutschaty, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen, besuchte am Freitag die Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin, deren weiterer Betrieb nach wie vor offen ist. Unterstützung gibt es von den Grünen, Kritik von der CDU.

„Mit uns wird es keine Klinikschließungen im Land geben. Das gilt für die Kinderklinik in Sankt Augustin und für jede andere Klinik auch. Diese Klarheit werden Sie von keiner anderen Partei hören“, sagt der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, am Freitagnachmittag beim Besuch der Asklepios Klinik. Dort hat er sich gemeinsam mit den beiden Landtagskandidaten Oliver Schmidt und Denis Waldästl, der auch SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag ist, mit Klinikchef Professor Gerd Horneff, Geschäftsführerin Stefanie Wied sowie der Pflegebereichsleiterin Claudia Kirschbaum und Vertretern des Betriebsrats ausgetauscht. Tenor: Die personelle Decke ist eng, das Haus braucht dringend ein positives Signal von der Landesregierung, um eine Perspektive sowohl für die Beschäftigten als auch für Eltern und ihre Kinder zu schaffen.

„Ich erwarte ein klares Bekenntnis der Landesregierung zu dieser Klinik“, sagt Kutschaty, der die CDU/FDP-Regierung in Düsseldorf heftig dafür kritisiert, dass sie das Haus seit Jahren in der Schwebe ließen. „Es müssen schnell Entscheidungen getroffen werden, damit die Klinik nicht irgendwann personell ausblutet. Vor allem hat das Haus noch Projekte wie eine Neustrukturierung der Notaufnahme vor. Dafür braucht es eine eindeutige Bedarfsfeststellung durch das Land NRW.“

Erklärung der Grünen

Besonders die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die gerade erst wieder ausgebaut worden ist, habe auch pandemiebedingt eine herausragende Bedeutung, so der SPD-Landeschef. „Die Einrichtung haben wir bitter nötig. Ich höre, dass in anderen Kliniken des Landes nur noch suizidgefährdete Kinder aufgenommen werden und viele andere auf einen Platz warten müssen. Das ist ein Armutszeugnis.“

Der Besuch der SPD sprach sich offenbar schnell herum. Auch Martin Metz von den Grünen in Sankt Augustin und ebenfalls mit Ambitionen, in den Landtag einzuziehen, sowie sein Parteifreund Thomas Huwer stellen per Pressemitteilung fest, dass es in der Region einen „Bedarf für eine breit aufgestellte medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche“ gibt. Die Landesregierung verschleppe das Thema seit Jahren. „Die Landesregierung muss jetzt liefern und den Bedarf für die Kinderklinik feststellen, damit alle Beteiligten die Klinik für die Zukunft aufstellen können“, heißt es darin.

Kritik aus der CDU

Heftige Kritik an der SPD kommt von der CDU. Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer und Sascha Lienesch, Fraktionschef der CDU im Augustiner Stadtrat und ebenfalls Landtagskandidat, sagen, die vorherige rot-grüne Regierung habe doch erst der Kinderklinik die Grundlage entzogen, als sie entschied, Geld in ein neues Herzzentrum an der Uniklinik Bonn zu investieren. Waldästl kontert: Unter CDU/FDP seien die personellen Entscheidungen gefallen, als rund 90 Fachkräfte von Sankt Augustin zum Venusberg wechselten.

Die CDU-Politiker betonen, dass die Klinik das Land NRW ja auf Schadenersatz verklagt habe. „Trotz dieser Entwicklungen hat das Land NRW die Kinderklinik weiter unterstützt“, heißt es. Übrigens wurde die gerichtliche Verhandlung der Klage auf die Zeit nach der Landtagswahl verschoben.

Lienesch hebt auch hervor, dass die Klinik von einem Sonderprogramm für Krankenhäuser profitiert habe – mit einem Betrag in Höhe von 513.536 Euro. Einig ist man sich über die Parteigrenzen hinweg, dass der Rhein-Sieg-Kreis die Kinderklinik braucht. Lienesch: „Sie ist als Klinik überregional bekannt und geschätzt. Wir sichern der Kinderklinik wie bisher unsere vollste Unterstützung zu.“