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Kreuzung an der B56: SPD Sankt Augustin kritisiert neue Kreuzungspläne der Stadt Bonn

Kreuzung an der B56 : SPD Sankt Augustin kritisiert neue Kreuzungspläne der Stadt Bonn

Die Pläne der Stadt Bonn für die Kreuzung an der B56 und Bundesgrenzschutzstraße an der Stadtgrenze bei Hangelar stoßen auf Kritik aus Sankt Augustin. Diese „konterkarieren die Bemühungen der Gesellschaft für eine Verkehrswende“, sagt Sascha Bäsch (SPD).

Es gibt Kritik am neuen Kurs der Bonner Stadtverwaltung, den Kreuzungsverkehr rund um die B56 auf der Stadtgrenze von Sankt Augustin und Bonn lediglich durch neue Ampelschaltungen und einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer zu regeln. Dabei hatten die politischen Gremien aus Bonn und Sankt Augustin bereits vor knapp fünf Jahren einer Kreisellösung zugestimmt, mit der die Verkehre aus der Bundesgrenzschutzstraße, Reinold-Hagen-Straße, Siegburger Straße, Kölnstraße, Kautextraße und B 56 besser geleitet werden sollten. Ein großer Kreisverkehr mit einer Führung der B56 in Tieflage und Tunnel – das war die Variante, die als leistungsfähigste galt und zudem den Radverkehr berücksichtigte.

„Die bekannt gewordenen Pläne der Stadt Bonn konterkarieren die Bemühungen der Gesellschaft für eine Verkehrswende“, schimpft Sascha Bäsch, verkehrpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtrat Sankt Augustin. „Der Ausbau ist unattraktiv für Fußgänger und Radfahrer, unfallträchtiger als ein Kreisverkehr, kompliziert in der Verkehrsführung und bindet langfristig Energie- und Wartungskosten durch die Ampelanlagen und die Reinigung der aufwendigen Anlagen."

Wie berichtet, schlagen die Planer der Bonner Stadtverwaltung vor, auf den geplanten und bereits beschlossenen Kreisverkehr an der Kreuzung B56/Reinold-Hagen-Straße/Bundesgrenzschutzstraße zu verzichten und stattdessen eine moderne Kreuzung mit Ampeln und Tunnelbauwerk für den Radverkehr zu bauen. „Die Tatsache, dass die Bonner Verwaltung die Stadtverwaltung Sankt Augustin offenbar nicht in Entscheidung einbezogen hat, ist völlig abstrus. Die Kreuzung liegt unmittelbar an der Stadtgrenze zu Sankt Augustin. Hier keine Abstimmung mit der Nachbarschaft vorzunehmen ist nur schwer verständlich", so Bäsch weiter. Die Stadtverwaltung Sankt Augustin soll nun klären, welche Auswirkungen die Spar-Kreuzung auf die Verkehre in Sankt Augustin hat.

Angsträume und Schmuddelecken

„Die angestrebte Tunnellösung für Radfahrer und Fußgänger schafft zudem Angsträume und Schmuddelecken, die permanenter Kontrolle und Pflege bedürfen“, sagt Marc Knülle, Fraktionsvorsitzender der SPD Sankt Augustin. Auch bestehe die Gefahr, dass die Kreuzung aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit auf Jahrzehnte die Schleichverkehre durch Hangelar festigen wird. Hier wird am falschen Ende gespart und die Folgekosten gehen zu Lasten der nachfolgenden Generationen." Das Thema soll im nächsten Mobilitätsausschuss der Stadt Sankt Augustin beraten werden.

Immer wieder gab es in den vergangenen zwei Dekaden neue Pläne und Irritationen. Vor fünf Jahren behauptete die Bonner Stadtverwaltung zunächst, die große Kreisellösung sei wegen einer neuen Montagehalle der Firma Kautex gar nicht mehr umsetzbar. Ausgerechnet bei der Einweihung der neuen Produktionshalle korrigierte sich die Stadtverwaltung. Machbarkeitsstudien haben längst belegt, dass nur Kreisverkehre die Leistungsfähigkeit dieses Verkehrsknotenpunktes verbessern können.