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Verwaltung erhöht die Gebühren für die Bibliothek: Stadt beerdigt Unbedachte weiter außerhalb

Verwaltung erhöht die Gebühren für die Bibliothek : Stadt beerdigt Unbedachte weiter außerhalb

Der Kultur- und Sportausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung nicht nur, wie berichtet, den Zuschuss von 190-000 Euro für den neuen Hybridrasen des SV Birlinghoven beschlossen.

Unter anderem behandelte das Gremium auch die Gebühren der Bücherei und die Bestattung der sogenannten Unbedachten. Ein Überblick:

Bestattung Unbedachter: Es bleibt dabei: Die Stadt Sankt Augustin lässt die sogenannten Unbedachten weiter auf einer Fläche des Rhein-Taunus-Krematoriums bei Dachsenhausen bestatten. Wie berichtet, wollten die katholische und evangelische Kirche diese Menschen in Sankt Augustin bestatten.

Die Unbedachten sterben alleine, für ihre Bestattung kommt das Ordnungsamt auf. Die Vorgabe: Sie muss so günstig wie möglich sein. Der Kultur- und Sportausschuss sieht derzeit keine Möglichkeit, das Vorgehen zu ändern. "Wir würden gerne dem Anliegen der Kirchen nachkommen, aber die finanziellen Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben", sagte Wilfried Heckeroth (CDU).

Laut Stadt kostet eine Bestattung in Sankt Augustin mit 876 Euro insgesamt 676 Euro mehr als eine im rund 100 Kilometer entfernten Dachsenhausen. Bei zehn bis 15 Bestattungen dieser Art pro Jahr macht das zwischen 6760 und 10 140 Euro aus. Das Geld wäre eine freiwillige Ausgabe der Stadt. Heißt: Sie muss es anderswo einsparen. Dies sei als schwierig anzusehen, teilte die Verwaltung mit.

Karl Stiefelhagen (Grüne) sagte: "Charles de Gaulle hat gesagt, dass man die Kultur eines Volkes daran erkenne, wie es mit seinen Toten umgeht. Leider hat de Gaulle aber nichts zur Finanzierung gesagt." Er brachte die Möglichkeit eines Fördervereins ins Spiel, der bei der Finanzierung helfen könne. Marika Roitzheim (CDU) regte an, dass die Kirchen im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes einmal im Jahr einen Gottesdienst für die Unbedachten abhalten.

Höhere Leihgebühren: Büchereileiter Peter Schulte-Nölke kam direkt auf den Punkt: "Wir sind leider mittlerweile eine der teuersten Büchereien im Rhein-Sieg-Kreis." Die letzte Anpassung hatte die Stadt zum Jahr 2013 vorgenommen, turnusmäßig steht nun die nächste an. Für zwölf Monate beträgt die Leihgebühr nun 24 statt 22 Euro, für sechs Monate 14 statt zwölf Euro.

Und die Komfortkarte kostet 32 statt bislang 30 Euro. "In jedem Jahr nach einer Erhöhung verlieren wir etwa zehn Prozent der Leser, im Jahr darauf kommen diese aber erfahrungsgemäß wieder zurück", sagte Schulte-Nölke. Karl Stiefelhagen von den Grünen sagte: "Das ist eine durchaus vertretbare Erhöhung."