Starkregen in der Region Was ist zu tun, wenn Wasser in den Keller läuft?

Rhein-Sieg-Kreis · Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor Starkregen, Hagel und Sturmböen. Ein Feuerwehrmann erklärt, wie sich die Menschen in der Region gegen das Unwetter wappnen können - und warum man auf keinen Fall in einen vollgelaufenen Keller gehen sollte.

 Bei großen Wassermengen muss die Feuerwehr das Wasser abpumpen.

Bei großen Wassermengen muss die Feuerwehr das Wasser abpumpen.

Foto: Feuerwehr Gelsdorf

Dennis Schwellenbach ist Pressesprecher und Einheitsführer der Einheit Buisdorf bei der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin. Seine Feuerwehr hat kürzlich eine Broschüre herausgebracht, die Bürgerinnen und Bürger das richtige Verhalten während – aber insbesondere vor – Extremwetterlagen nahebringt. Der Feuerwehrmann gibt Hinweise dazu, was bei einem Unwetter zu tun ist.

Vor dem Unwetter

■ Informieren

„Ich rate in jedem Fall dazu, sich am besten vorher damit zu beschäftigen, was bei Starkregen und Hochwasser im Gebäude zu tun ist“, sagt Schwellenbach. Damit tue man sich nicht nur sich selbst, sondern auch der Gemeinschaft einen Gefallen, indem man die Feuerwehren entlaste. Er ruft dazu auf, schon vor Extremwetterereignissen die nötigen Vorbereitungen zu treffen. „Bei schweren Unwettern werden wir zu vielen Einsätzen gerufen, die wir nach Dringlichkeit abarbeiten“, erklärt der Feuerwehrmann. Dabei stehen Einsätze, bei denen Menschenleben oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet sind, an erster Stelle.

■ Das Haus hochwasserfest machen

Um Schaden vom Haus abzuwenden, rät die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin dazu, das Gebäude „hochwasserfest“ zu machen: So empfiehlt sie, Rückstauklappen in Abwasserleitungen einzubauen, Schwellen an und vor Eingängen anzubringen und neben wasserdruckdichten Türen und Fenstern auch Regen- und Drainagerinnen zu installieren.

■ Material bereithalten

In ihrer Broschüre führt die Feuerwehr eine Liste von Materialien auf, die schon vor dem Unwetter griffbereit sein sollten. Dazu zählen Taschenlampen, Sandsäcke, Bretter, Besen und Wasserschieber sowie Tauchpumpen und unter Umständen ein Stromerzeuger. „Beim Anschaffen einer Tauchpumpe kann man sich auch mit der Hausgemeinschaft oder mit der Nachbarschaft kurzschließen“, sagt Schwellenbach. Gerade bei teureren Geräten kann es sinnvoll sein, sie gemeinschaftlich anzuschaffen.

Während des Unwetters

Wenn das Unwetter schon im Gange ist, sollten sich Bürgerinnen und Bürger laut Schwellenbach in Nachrichten und mit Warnapps über die Gefahrenlage informieren. Fenster, Türen und Hausöffnungen sollten sie verschließen und womöglich Sandsäcke füllen und vor Öffnungen legen. Außerdem gilt es in dieser Situation, den Strom abzuschalten und hilfsbedürftige Menschen und Tiere in Sicherheit zu bringen. Gefahrenstoffe und Güter, die weggeschwemmt werden können, sollten an einen sicheren Ort gebracht werden.

Wenn das Wasser im Keller steht

■ Den Keller nicht betreten

Dennis Schwellenbach hat eine eindeutige Antwort auf die Frage, was zu tun ist, wenn der Keller mehr als zehn Zentimeter unter Wasser steht: „Man sollte den Keller dann nicht betreten“, macht er klar. Denn das Wasser im überfluteten Untergeschoss kann unter Strom stehen. Wer es dennoch betritt, begibt sich womöglich in Lebensgefahr.

■ Fachfirmen beauftragen

Bei geringen Wassermengen, wenn eindeutig ist, dass das Wasser nicht die Steckdosen erreicht, rät Schwellenbach Betroffenen, selbst das Wasser abzupumpen oder etwa eine Heizungs-, Sanitär- oder Trocknungsfirma damit zu beauftragen.

■ Im Zweifel: Feuerwehr rufen

Im Zweifel sollten Betroffene die Feuerwehr rufen, sagt Schwellenbach. Denn die Fachleute können mit speziellen Messgeräten prüfen, ob das Wasser bereits unter Strom steht. Auch, wenn im Keller Heizöl oder andere gefährliche Stoffe freigesetzt werden, muss die Feuerwehr informiert werden.

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