Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Starthilfe für Existenzgründer in Afrika

SANKT AUGUSTIN · Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg unterzeichnet einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Entwicklungsgesellschaft. Die Internationalisierung der Hochschule und die regionale Zusammenarbeit mit der Wirtschaft liegt Hochschul-Präsident Hartmut Ihne ganz besonders am Herzen.

 Unterschriften: (von links) Wiltrud Terlau, Bruno Wenn, Winfried Polte und Hartmut Ihne besiegeln die Kooperation.

Unterschriften: (von links) Wiltrud Terlau, Bruno Wenn, Winfried Polte und Hartmut Ihne besiegeln die Kooperation.

Foto: Michael Lehnberg

"Die Zukunftsmärkte, auch für die Unternehmen der Region, sind in Afrika", sagt Ihne. Um sich auf dem Feld noch besser aufzustellen, hat die Hochschule eine Kooperation mit der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) in Köln vereinbart. Gestern unterzeichneten Ihne und Bruno Wenn, Sprecher der DEG-Geschäftsführung, einen entsprechenden Vertrag.

Die Zusammenarbeit zielt zunächst auf das Projekt "Entrepreneurship & Sustainable Economic Development" der Hochschule und der Partnerhochschule im ghanaischen Cape Coast ab. "Wir wollen darauf aufbauend aber auch weitere Aktivitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern entwickeln", sagte Ihne.

Zwischen den beiden Hochschulen geht es vor allen Dingen um Austausch von Know-how. Überdies werden in Ghana Existenzgründer gefördert und Stipendien für Studierende vergeben.

Bis 2014 läuft die Kooperation mit der DEG erst einmal. Jährlich stellt sie der Hochschule 15 000 Euro zur Verfügung. Ziel ist auch, das Modell des Sankt Augustiner Business-Campus als Basis für eine ähnliche Einrichtung der Hochschule in Cape Coast zu nutzen. Im Business-Campus treffen Existenzgründer auf ihresgleichen, können dort günstig Büros mieten und finden eine technische Infrastruktur vor. Derzeit sind dort 100 Firmen angesiedelt.

Schnittstelle der Kooperation mit der DEG ist das Internationale Zentrum für nachhaltige Entwicklung der Hochschule (IZNE). "Wenn Wirtschaft und Wissenschaft kooperieren, haben beide Seiten etwas davon", sagte Wenn. Die Wirtschaft bekomme Zugang zu qualifizierten Fach- und Führungskräften, die Wissenschaft profitiere von unternehmerischem Know-how und Kapital.

Die DEG finanziert und berät seit 50 Jahren private Unternehmen, die in Entwicklungs- und Reformländer investieren und begleitet sie in allen Projektphasen. "Wir möchten jetzt mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg für eine nachhaltige Entwicklung vor allem in Afrika sorgen, wo es an Beschäftigung fehlt", gibt Wenn das übergeordnete Ziel aus.

Schon jetzt werden im IZNE und mit den Studierenden des Studiengangs Internationales Management Existenzgründer in Ghana beraten sowie Businesspläne begutachtet und überarbeitet. "Viele junge Akademiker in Ghana finden keinen festen Job. Da ist die Selbstständigkeit eine Chance", sagte Winfried Polte, Professor am IZNE.

Ihne geht es vor allem um die Nachhaltigkeit. "Es muss uns als exportierende Region wichtig sein, neue Partnerstrukturen in anderen Ländern aufzubauen", wirbt er dafür, dass sich mittel- und langfristig mehr Unternehmen an den Projekten der Hochschule beteiligen.

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