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Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Studenten beweisen in Sankt Augustin Erfindergeist

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Studenten beweisen in Sankt Augustin Erfindergeist

Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben in Sankt Augustin bei der "Messe CSR Trade Fair" eigene Produktideen vorgestellt. Diese sind innovativ, praktisch und nachhaltig.

Monatliche Überraschungskiste für Studenten, Schreibblöcke, die Mitschriften in Echtzeit digitalisieren, oder Gymnastikbälle, in denen alte Autoreifen eine neue Verwendung erhalten – die Teilnehmer des Kurses Business English an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hatten es sich zur Aufgabe gemacht, mit kreativen Ideen die Welt ein Stück fairer und nachhaltiger zu machen. Leider zunächst nur in der Theorie. Aber keineswegs umsonst, wie Regina Brautlacht, Fachleiterin Wirtschaftsenglisch an der Hochschule, erklärte. Bei der Messe „CSR Trade Fair“ im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche stellten die Studierenden am Freitag ihre Projekte vor.

„Das ist zwar eine Lehrveranstaltung für Business English, geht aber über den üblichen Unterricht mit Vokabellernen weit hinaus“, erklärte Brautlacht: „Die Studenten haben in Teams fiktive Unternehmen gegründet und hatten jede Woche eine andere Aufgabe erhalten, bei der man nicht nur die Sprache lernt, sondern auch unternehmerisches Denken.“

Faire Produkte im Abo

Kniffliger Business-Alltag statt Theorie – das hat Janine Kupfer, Christin Reindl, Maria Paula Osorio, Florian Sauerland und Xenia Langholz inspiriert, ein Überlebenspaket für Studenten zu entwerfen: Das UniSurvivalPack, kurz USP, kommt im monatlich kündbaren Abo daher und versorgt Studenten mit Überraschungen, Aufmerksamkeiten und Nützlichem, sagte Janine Kupfer: „Das können Coupons für günstigere Bücher sein, Schreibwaren, mal ein Block, aber auch ein Energydrink, Hinweise für Partys oder Konzerte in der Nähe – jeden Monat gibt es etwas Neues.“ Freilich ist der Karton aus Recyclingmaterial, der Versand CO 2-neutral und alle Snacks müssen Fairtrade-Auflagen erfüllen – so die Idee, die gut ankam, wie Christin Reindl sagte: „Wir sind überrascht, wie groß die Neugierde der anderen ist, und haben viel Zuspruch erfahren.“

Ähnlich rasch vergriffen dürfte das Produkt „Infinite Book“ der fiktiven Firma BB – Beyond the Bounds sein. Rania Deeb, Vanessa Emmerich, Rogin Ghaderi und Alina Heesen haben einen individualisierbaren Schreibblock entworfen, der Mitschriften und Zeichnungen digitalisiert. „Man muss kein Papier verbrauchen, kann aber Papier weiter nutzen, wenn man das möchte“, erklärte Vanessa Emmerich: „Durch die Übertragung in die Cloud geht keine Mitschrift verloren, man kann Notizen bei Meetings sofort an Kollegen weiterleiten und man spart Zeit, weil man Mitschriften nicht erst kopieren oder abschreiben muss.“

Ähnliche Systeme gibt es bereits, so Alina Heesen: „Das Infinite Book kann man aber umfangreich individualisieren. Zudem setzen wir auf Recycling-Kunststoffe.“ Nicht nur die Idee, sondern auch die Präsentation des fiktiven Produkts kam bei den Juroren der Hochschule gut an. So gut, dass das Team den Preis für den besten Stand der Messe erhielt.

Hilfe im Alltag

Noch überzeugter von der Geschäftsidee war die Jury von Geschäftsideen der Teams Hibou und techpel. Hibou will Alltagsprobleme insbesondere für Senioren und Menschen mit Behinderungen etwa durch Smart Home-Technologien und intelligente Brillen lösen. Techpel will Prozess- oder auch Körperwärme nutzen, um daraus Strom zu erzeugen, der Alltagselektronik wie etwa PC-Mäuse mit Energie versorgt. Ob es die Projekte der fiktiven Unternehmen vom Englischunterricht ins wahre Leben schaffen könnten? Regina Brautlacht hält das nicht für ausgeschlossen: „Wir haben Achim Rehahn hier, einen ehemaligen Studenten der Hochschule und heutigen Unternehmer und Investor. Er hat auch schon ein paar Projekte gefunden, die man weiterentwickeln könnte.“