Katapult in Sankt Augustin Studenten schleudern Bälle durch die Luft

SANKT AUGUSTIN · Fußbälle, mit Wasser gefüllte Luftballons und selbst ein großer Wurfstein aus Pappmaschee hatten jetzt auf dem Sportplatz hinter der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eines gemeinsam: Sie wollten nicht so recht fliegen, wie es die Konstrukteure einer großen Schleuder geplant und berechnet hatten.

 Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg verfolgen mit wissenschaftlichem Interesse den Betrieb der Schleuder.

Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg verfolgen mit wissenschaftlichem Interesse den Betrieb der Schleuder.

Foto: Heinemann

Das Katapult, das die Studenten nach mittelalterlichem Vorbild konstruierten, hatte bei seiner Feuertaufe bereits Wurfgeschosse bis knapp vor den 60 Meter entfernten Zaun des Sportplatzes geschleudert. Gebaut wurde die auch "Blide" genannte Vorrichtung, deren Vorbilder einst für Angst und Schrecken in belagerten Burgen sorgten, freilich nur für wissenschaftliche Zwecke, betonte der Lehrbeauftragte Claus Bachmeier.

Die öffentliche Vorführung des Konstrukts am Dienstagmittag war dem Besuch von Wiebke Siever, Wissenschaftliche Referentin beim Rheinischen Landesmuseum in Bonn, geschuldet. "Wir planen eine große Mitmachausstellung zum Mittelalter, wie wir es zuletzt zu den Römern mit 32 Stationen gemacht haben. 2017/18 wird die Mitmachausstellung stattfinden, unter anderem mit internationalen Partnern.

Dort kommt auch dieses große Gerät zum Einsatz", sagte die Referentin. Währenddessen widmeten sich die Maschinenbaustudenten Marcel Laskosky und Andy Zimmer sowie die Elektrotechnikstudenten Kevin Clemens und Vanessa Schuler für die insgesamt zwölfköpfige Projektgruppe experimentell der Optimierung des noch nicht optimal funktionierenden Katapults.

"Als sie mit der Idee auf mich zukamen, war ich sofort dabei", sagte Professor Johannes Geilen, Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus, und betonte: "Dahinter steckt eine genaue wissenschaftliche Betrachtung und Berechnung der Leistung und der Kräfte, aber auch der Risiken, die entstehen. Innerhalb von drei Wochen haben die Studenten die Schleuder geplant, berechnet und gebaut. Alles hat so funktioniert wie erwartet."

Weil die Schleuder für die Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum optisch und technisch verändert wurde, muss nun noch einmal vor dem nächsten Einsatz die technische Feinjustierung angepasst werden.