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Grünstreifen in Sankt Augustin: Unkraut statt Blütenpracht am Eingang zur Stadt

Grünstreifen in Sankt Augustin : Unkraut statt Blütenpracht am Eingang zur Stadt

Sie sollten pflegeleichter, ansehnlicher und hochwertiger für den Artenschutz werden. Statt Blütenpracht wächst auf den Grünstreifen an der Rathausallee in Sankt Augustin aber nun erneut das Unkraut.

Sankt Augustin. Pflegeleichter, ansehnlicher und zugleich für den Artenschutz hochwertiger sollten sie werden, die Grünstreifen entlang der Rathausallee im Zentrum. So hatte es die Politik im November 2019 nach rund einjähriger Debatte über das Gestaltungs- und Pflegekonzept der Rathausallee beschlossen. Zu sehen ist davon bislang wenig. Erneut hat das Unkraut jene Grünstreifen erobert, die eigentlich zu pflegearmen Blühstreifen mit Wildkräutern und -blumen als grünes Entree zum Zentrum werden sollten. Die Stadt kündigt Nachbesserungen an, ehe im kommenden Jahr erneut Pflanzungen vorgenommen werden sollen.

Seit dem Beschluss im November 2019 war mehrfach Gras über die Sache gewachsen: Während der politischen Beratung und der Umsetzung eroberte immer wieder Unkraut jene Flächen zurück, die vor drei Jahrzehnten mit dem Rückbau der einst vierspurigen Rathausallee für mehr Stadtgrün und Ästhetik angelegt und erweitert worden waren.

Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt, hatte der städtische Bauhof Ende 2018 begonnen, die straßenbegleitenden Randstreifen zwischen der Einsteinstraße und dem Kreisverkehr am Huma-Parkhaus West ebenso wie zwei der Grünstreifen in der Straßenmitte vorzubereiten, dann eine Grünmischung eingesät und Frühblüher ausgebracht. Im Oktober 2019 wurden Teile der erneut zugewucherten Grünstreifen in der Straßenmitte vom Bauhof abgeräumt und wiederum eingesät. „Diese Flächen wurden dann in die extensive Pflege überführt. Der Erfolg zur Herstellung der gewünschten Blühflächen hält sich derzeit sichtbar in Grenzen“, sagt Stadtsprecherin Carolin Trost.

Nachbessern mit neuen Saatmischungen

Die Stadt, die im vergangenen Jahr für ihre Bemühungen um naturnahe Grünflächengestaltung vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt und der Deutschen Umwelthilfe mit dem Label „StadtGrün naturnah“ in Silber ausgezeichnet wurde, wolle nun nachbessern, kündigt Trost an. „Nunmehr gilt es, mit neuen Saatmischungen nachzuarbeiten und die Form der extensiven Bewirtschaftung zu verbessern.“ Die Bewirtschaftung, genauer gesagt der Aufwand für die Pflege und Unterhaltung der Grünstreifen, prägte 2019 über Monate die politische Debatte über die Neugestaltung. Mit ihr sollte der Pflegeaufwand für den Bauhof von 900 auf etwa 690 Stunden jährlich reduziert werden – so die Theorie der Stadt, die ein entsprechendes Konzept vorlegte. Tatsächlich leistete der Bauhof in den fünf Jahren vor dem Beschluss statt 900 nur durchschnittlich rund 300 jährliche Arbeitsstunden für die Rathausallee. Später wurden die Zahlen zum Teil revidiert und das Neugestaltungskonzept angepasst.

Mit der nun angekündigten Nachbesserung der Einsaat sei die pflegeärmere und naturnahe Gestaltung der Grünstreifen noch nicht abgeschlossen, teilt die Stadt mit: Es sei eine weitere Begrünung der Flächen geplant, darunter auch die Anlage von Staudenmischpflanzen in den Kreisverkehren am TechnoPark und an der Zufahrt der Wohngebiete Im Spichelsfeld und Europaring. Voraussetzung hierfür sei die Finanzierbarkeit mit dem neuen Doppelhaushalt 2022/2023. Nach der Anlage der Staudenmischpflanzen im Jahr 2022 solle die Politik im zuständigen Ausschuss das weitere Vorgehen beschließen, kündigt die Stadt an.