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Stipendienfeier der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Vernetzung als strategisches Ziel

Stipendienfeier der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Vernetzung als strategisches Ziel

Meike Seibert studiert Technikjournalismus und PR im dritten Semester an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin. Die 21-Jährige will ihr Praxissemester im Ausland verbringen, am liebsten auf Malta oder in Schweden.

Das ist teuer und verlangt viel Vorbereitung und Engagement. Daher bewarb sie sich für ein Stipendium. Ihr guter Notendurchschnitt, ihre Motivation und nicht zuletzt ihr technikorientierter Studiengang überzeugten die Auswahlkommission und ein förderndes Unternehmen. Am Donnerstag erhielt Meike Seibert zusammen mit 80 anderen Studierenden ihre Urkunde bei einer feierlichen Stipendienfeier in der Hochschule.

Anwesend waren auch Vertreter von 28 Unternehmen und Stiftungen, die im Rahmen des sogenannten Deutschlandstipendiums begabte und engagierte Studenten finanziell und in ihrer Karriereplanung unterstützen. 300 Euro im Monat bekommen die Studenten als Förderung für die Dauer eines Jahres. Die Hälfte der Summe steuert der Bund bei.

Zudem vergab der Deutsche Akademische Austauschdienst fünf Stipendien an ausländische Studierende, und die hochschuleigene Stiftung hilft ebenfalls fünf Studenten, die aufgrund ihrer Herkunft oder durch die Dauer ihres Studiums keinen Anspruch mehr auf Bafög oder ähnliche Sozialleistungen haben.

Sie werden ein Semester lang finanziell unterstützt. "Die eigenen Stipendien sind eine sinnvolle Ergänzung und schließen eine Förderlücke zu den bestehenden Stipendienprogrammen", erklärte der Hochschulpräsident Hartmut Ihne in seiner Ansprache. "Wir wollen damit Verantwortung übernehmen und versuchen, Chancengleichheit zu schaffen." Zusammen mit den anderen Fördermitteln kommt eine Summe von über 290 000 Euro zusammen.

Aber es gehe nicht nur um die finanzielle Unterstützung der Studenten, sondern auch um Vernetzung. Das betonte Hochschulpräsident Ihne in seiner Rede mehrfach. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Hochschule und freiem Markt, zwischen Forschung und Praxis, zwischen verschiedenen Disziplinen und Fachrichtungen stelle neue Lösungsansätze und Erfolgspotenziale bereit.

Ähnlich sahen das auch die Vertreter der fördernden Unternehmen und Stiftungen, die sich bei der Veranstaltung den Fragen der Moderatorin Andrea Lueg stellten. Vera Strack von der Deutschen Postbank AG erklärte, dass sich das Unternehmen erhofft, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und an das Unternehmen zu binden.

Die Firma "Reifenhäuser Reicofil" unterstützt nicht nur Studenten der branchentypischen Studiengänge wie Maschinenbau oder Elektrotechnik, sondern auch eine Biologiestudentin. "Wir suchen gezielt die Querimpulse, Ideen und Ansätze aus anderen Sparten", erklärte Geschäftsführer Bernd Kunze. Er suche aber auch noch einen Mathematiker.

Nach der Veranstaltung gab es noch die Möglichkeit zum Austausch und Kennenlernen zwischen Studenten und Förderern. Studentin Meike Seibert traf schließlich auch auf Wirtschaftsjuristin Carolin Grätz von ihrem Förderunternehmen "Ser Solutions". Neben der Urkunde gab es das Versprechen, auch bei Praktika und Bachelorarbeit als helfende Hand zur Seite zu stehen.