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Naturprojekt in Sankt Augustin: Viele Ideen für das Pleisbachtal

Naturprojekt in Sankt Augustin : Viele Ideen für das Pleisbachtal

Gebiet zwischen Birlinghoven und Niederpleis soll aufgewertet und besser an die Naturparks angeschlossen werden. Mit einem Handlungskonzept sollen EU-Fördergelder akquiriert werden.

Einen Tunnel unter der A3, Landschaftsbrücken für Tiere über die A59 bei Meindorf oder vom Pleisbachtal zum Siegtal am Niederpleiser Friedhof, ein Mühlenweg entlang des Lauterbachs, die Rekultivierung alter Apfelsorten oder Einkehrmöglichkeiten bei den Landwirten im Pleisbachtal. Die Ideen waren ebenso vielfältig wie die Teilnehmerschar, die sich im Herzen des Pleisbachtals zwischen Ölberg und Michaelsberg, im roten Saal des Schloss Birlinghoven, zur Ideen-Werkstatt traf. Eingeladen hatte das Umweltbildungszentrum (UBZ) gemeinsam mit der Stadt Sankt Augustin. Im Fokus stand das Pleisbachtal und dessen Anbindung an Hennef und das Siebengebirge.

In der Arbeitsgruppe versammelten sich Landwirte, Umweltschützer, Landschaftsplaner, Vertreter der betroffenen Städte Hennef und Königswinter, aber auch interessierte Bürger und eine Delegation des Büros für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin. Die Vernetzung des Pleisbachtals soll am Ende des Prozesses als ein Baustein in das Integrierte Handlungskonzept (IHK) eingehen, das derzeit von dem Erfurter Landschaftsbüro Smeet erstellt wird. Dieses muss bis zum Juni dieses Jahres fertig sein, nur dann ist es möglich, Fördergelder aus dem europäischen Gesamtbudget in Höhe von 83 Millionen Euro abrufen zu können.

Die 27 Werkstatt-Teilnehmer diskutierten über sämtliche Ideen, um das Pleisbachtal aufzuwerten und zu vernetzen. Landschaftsarchitektin Sandra Paul von der Stadt Sankt Augustin formulierte den Auftrag so: „Wir wollen die einheitlichen Standards des 'Grünen C', an dem sechs Kommunen beteiligt sind, erhalten und weiterentwickeln“. Anlass für das Handlungskonzept sei der Förderaufruf der Europäischen Union im August vergangenen Jahres gewesen. Er beziehe sich auf „Grüne Infrastruktur in NRW“. Das könne die ökologische Aufbereitung von Brachen sein, aber auch urbanes Gärtnern oder die Renaturierung von Gewässern sowie die Umweltbildung.

Die erste Frist, um Fördergelder aus dem europäischen Topf zu bekommen, ist bereits am 1. Dezember 2016 verstrichen. Die zweite Frist laufe am 1. Juni 2017 aus. „Die peilen wir an, und deshalb erarbeiten wir das IHK als strukturellen Rahmen und roten Faden“.

Zwei wichtige Ziele beinhalte der europäische Förderaufruf. Zu einen müssten die Maßnahmen die Integration benachteiligter Gruppen verbessern. Zweite Forderung sei, Brachen zu revitalisieren und bestehende grüne Infrastruktur zu erschließen.

Für das Pleisbachtal wäre das die Anbindung an die vier großen Naturparks Bergisches Land, Rhein Westerwald, Siebengebirge und Rheinland. Das „Grüne C“ schlage Brücken zwischen diesen vier Naturparks und verbinde damit weitere Naturparks in Deutschland und Europa, schlug UBZ-Vorstandsmitglied Heinrich Geerling große Bögen auf der Landkarte, was für Heiterkeit bei den Werkstatt-Teilnehmern sorgte. Am Ende war man zufrieden. „Alle Teilnehmer werteten diese Art der Arbeitsweise als gelungen. Es wurde von den Teilnehmern lebhaft und intensiv mitgearbeitet“, fasste UBZ-Vorsitzender Christian Günther die Werkstatt gegenüber dem General-Anzeiger zusammen. Für den UBZ-Vorstand beginne nun die Arbeit. „All dass, was an Ideen auf den großen Plänen an den Tischen markiert wurde, werden wir jetzt überarbeiten, zusammenfassen, illustrieren und digitalisieren“, so Günther weiter. Danach könne das Pleisbachtal als ein fester Baustein in das IHK integriert werden.