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Start-ups im Rhein-Sieg-Kreis: Von Nagellackpinsel bis Superfood

Start-ups im Rhein-Sieg-Kreis : Von Nagellackpinsel bis Superfood

Vom Nagellackpinsel zum Superfood: Teilnehmer des Businessplan-Wettbewerbs präsentieren ihre Ideenskizzen für innovative Neugründungen in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Ein Gerät, das bei schleichender Erblindung warnt, ein Pinsel, der Nagellack in einem Zug perfekt aufträgt, und eine App, die Nutzer spielerisch vom Online-Handel wieder in die Geschäfte locken soll: All das waren Ideen einiger Teilnehmer am 20. NUK-Businessplan-Wettbewerb. Am Dienstagabend stellten die jungen Gründer ihre Projekte bei der ersten Runde des Wettbewerbs in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg auf dem Campus Sankt Augustin vor. Dabei wurden die Ideenskizzen der Neugründer nach Wachstumspotenzial und Innovation bewertet und ausgezeichnet.

Die Kölner Initiative „Neues Unternehmen Rheinland“ betreut und fördert Neugründer in der Region durch kostenlose Vorträge und Workshops. Die Abkürzung „NUK“ steht für „Netzwerk und Know-how“. Der jährlich stattfindende Businessplan-Wettbewerb vergibt Preisgelder in Höhe von insgesamt 30 000 Euro und ist in drei Stufen aufgebaut.

Das System

In der ersten Stufe, dem Wettbewerbsteil, der am Dienstagabend in der Hochschule ausgetragen wurde, reichen alle Teilnehmer eine erste Ideenskizze zu ihrer Gründung ein. Diese muss noch nicht endgültig ausgearbeitet sein, der Jury aber Einblicke in das Projekt, die Wirtschaftlichkeit und die Innovation geben. In der zweiten Stufe muss ein sogenannter „Grobbusinessplan“ und in der dritten Stufe der endgültige Businessplan eingereicht werden.

81 Ideenskizzen erhielt die Jury dieses Jahr in der ersten Phase, wovon zehn für die finale Runde in Sankt Augustin ausgewählt wurden. „Die Wettbewerbe bauen nur bedingt auf einander auf. Wer in dieser Runde nicht ins Finale kam, kann in der nächsten Runde dennoch gewinnen. Allerdings stellen wir regelmäßig fest, dass ein Team mit einer guten Ideenskizze auch häufig einen guten Businessplan einreicht“, sagte Christiane Meister, Pressesprecherin der Initiative „Neues Unternehmen Rheinland“.

Drei Minuten hatten alle Teilnehmer am Dienstagabend Zeit, um ihre Idee zu präsentieren. Die im Finale vorgestellten Projekte kamen aus den Bereichen Handel, IT, Biotechnologie und Medizintechnik und hätten unterschiedlicher kaum sein können.

Die projekte

Das Unternehmen „Mag Mo“ von Leo Frey, Christof Ruhmich und Benjamin Schlüter stellte das Projekt um die Moringa-Pflanze, einem sogenannten „Superfood“, vor. Diese könnte bald vorportioniert in der Küche und als Naturkosmetik im Badezimmer einen Platz finden.

Mit „Dalex Biotech“ präsentierten Alexandra Ehl und David Frommholz eine innovative Lösung zur Isolation von Proteinen. Dafür wurden die beiden Neugründer mit einem der drei Hauptpreise ausgezeichnet.

Die beiden anderen Hauptpreise, dotiert mit je 500 Euro, gingen an das Projekt „Jommi – Health Life“, Simply Done“, einer Software für Diabetiker, und an „mobilesdorf“, einem Carsharing-Projekt in ländlichen Gegenden.

„Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich als studierter Maschinenbauer nicht einen Pinsel für sie konstruieren könnte, damit sie ihren Nagellack in einem Zug und ohne Fehler auftragen könnte. Das habe ich dann gemacht“, so Thomas Böhm. Für seinen Nagellack „Esias“ mit innovativer Bürste erhielt er den mit 250 Euro dotierten Förderpreis.

Diesen erhielt auch das Projekt „PeriEye“ von Barbara Dillenburger und Kai Schreiber. Dabei handelt es sich um ein Wahrnehmungs-Messgerät zur Früherkennung bei Erblindungen.