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Abstandsregeln und Maskenpflicht: Vor dem Schulstart in Hennef und Sankt Augustin ist noch viel zu tun

Abstandsregeln und Maskenpflicht : Vor dem Schulstart in Hennef und Sankt Augustin ist noch viel zu tun

Nach dem Sommerferien startet die Schule mit Abstandsregeln und Maskenpflicht. In Sankt Augustin und Hennef laufen die Vorbereitungen an den weiterführenden Schulen.

„Es gibt noch einiges zu tun und viel zu besprechen“, beschreibt die Schulleiterin des Rhein-Sieg-Gymnasiums (RSG) in Sankt Augustin, Birgit Fels, die aktuelle Situation. Besonders spannend sei die Einführung der neuen Fünftklässler, die im RSG in zwei Schichten am Mittwoch um 11 Uhr und um 14 Uhr nicht nur ihre neue Schule, sondern auch die neue Schulform kennenlernen.

Am Montag hatte das NRW-Schulministerium wie berichtet Regeln für den Präsenzunterricht nach den Sommerferien festgelegt. Dazu gehört auch eine Maskenpflicht in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen. Das Sankt Augustiner Gymnasium setzt auf mehr Flexibilität. So soll zum Beispiel der im Bau befindliche Schulhof zu unterschiedlichen Zeitfenstern genutzt werden, um Abstände zu ermöglichen und die gleichen Kontakte im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof sicher zu stellen.

Das Wichtigste bei den Planungen in Corona-Zeiten seien die Stundenpläne, sagt Fels. Daran arbeite man schon seit vergangener Woche und angesichts der neuen Empfehlungen der Schulministerin müsse einiges geändert werden. Das Rhein-Sieg-Gymnasium arbeitet nach den Grundsätzen der Dalton-Pädagogik. „Wir tun alles für die möglichst individuelle Förderung, müssen jetzt jedoch einiges umstricken“, so Fels.

Schulleiterin Birgit Fels und ihr Stellvertreter Christoph Spieß sind vor dem Schulstart am RSG zuversichtlich. Foto: Martina Welt

Nicht mehr möglich sind Fachworkshops, an denen zwei oder gar drei Jahrgänge teilnehmen. „Ich hoffe, dass dies wenigstens innerhalb eines Jahrgangs im Verlauf des Schuljahres wieder möglich sein wird.“, sagt Fels. Hervorragend sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Sankt Augustin als Schulträger. Die politischen Vorgaben hingegen gebe es relativ kurzfristig. „So gibt es zum Beispiel die zusätzlichen Lehrereinstellungen bisher nur auf dem Papier“, so die Schulleiterin.

Zum Lehrerkollegium am RSG fällt der Schulleiterin nur Lobenswertes ein. „Schon vor den Ferien sind Kollegen, die der Risikogruppe angehören, zum Unterricht erschienen. Sie haben das als allgemeines Lebensrisiko abgebucht und das verdient hohen Respekt“, sagt Fels. Auch nach den Ferien rechnet sie mit höchstens einer Handvoll Kollegen, bei denen die Ärzte es nicht erlauben, dass sie zum Unterricht kommen.

Als „enorme Belastung“ wertet die Schulleiterin die Maskenpflicht im Unterricht. „Da müssen wir unseren Sani-Dienst wohl auf mehrere Kreislaufprobleme vorbereiten, vor allem bei der angekündigten Hitze“, sagt Fels. Sie hofft, dass die Maskenpflicht im Laufe des Schuljahres wieder zurückgenommen werden kann.

"Schule ist mehr als nur eine Lehranstalt"

Auch Alfred Scholemann hat derzeit reichlich zu tun. Der Leiter der Gesamtschule Hennef-West bereitet sich derzeit darauf vor, dass ab Mittwoch wieder sämtliche der 1100 Schüler an zwei Standorten unterrichtet werden. „Ich freue mich auf den Präsenzunterricht“, sagt Scholemann mit Blick auf die Corona-Krise. „Schule ist schließlich mehr als eine Lernanstalt. Die sozialen Kontakte sind wichtig.“

Am 3. August erhielt Scholemann ein 21-seitiges Schreiben des NRW-Schulministeriums mit Vorgaben, die es nun umzusetzen gilt. „Wir hatten natürlich bereits vor den Ferien mit unseren Vorbereitungen begonnen.“ Scholemann war klar, dass Abstandsregeln bei vollem Präsenzunterricht nicht eingehalten werden können. So werden die Schüler während des Unterrichts und während der Pausen den Mund-und Nasenschutz verpflichtend tragen müssen. „Die Lehrer ziehen ihn an, sobald sie sich den Schülern nähern, müssen ihn aber während des Unterrichts nicht tragen.“

Lehrer, die sich zu den Risikopatienten zählen, müssen bis Dienstag ein aktuelles ärztliches Attest vorlegen. Schüler, die sich nicht an die Maskenpflicht halten, können laut Scholemann auch vom Unterricht ausgeschlossen werden. Wichtig ist ihm, dass die Nachverfolgbarkeit durch eine feste Sitzordnung der Schüler in den Klassen, aber auch in den Oberstufenkursen gesichert ist. „Diese Sitzordnung wird als Plan festgelegt und liegt dann auch der Schulverwaltung und dem Sekretariat vor. So ist jeder informiert.“

Einbahnregelungen in den Treppenhäusern der Schule sowie der getrennte Ein- und Ausgang waren bereits vor den Ferien eingerichtet und bleiben bestehen. Die Klassenräume werden täglich gründlich geputzt und regelmäßig gelüftet. Desinfektionsmittel sind zwar nicht für die Klassenräume vorgesehen, es wird sie aber laut Scholemann an ausgewiesenen Stellen wie am Eingang zur Mensa geben. In der Mensa selbst sind bei der Essensausgabe die Abstandsregeln einzuhalten.

Während der Mensabetrieb am Standort an der Fritz-Jacobi-Straße etwas einfacher zu handhaben ist, findet die Essensausgabe in der Mensa am Standort Wehrstraße in zwei Schichten statt. „48 bis 52 Personen können dort gleichzeitig essen. Mehr als 104 warme Mahlzeiten werden täglich nicht ausgegeben, darum passt das“, sagt der Schulleiter.

Unterdessen wirft die Kreis-SPD in einer Anfrage an den Landrat die Frage auf, wie die Schüler zu den Schulen kommen. Überfüllte Busse dürfe es nicht geben.