Wissenschafts- und Gründerpark Sankt Augustin Grünes Licht für den Butterberg

Sankt Augustin · Der Rat der Stadt Sankt Augustin hat in der April-Sitzung den Weg frei gemacht für das Bauvorhaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Butterberg. Nun gilt es, weitere Unternehmen für das Areal zu gewinnen.

 Stadtplanerin Gabi Scharmach, Bürgermeister Max Leitterstorf und der Technische Beigeordnete Rainer Gleß (v.l.) präsentierten vor Ort den beschlossenen Bebauungsplan.

Stadtplanerin Gabi Scharmach, Bürgermeister Max Leitterstorf und der Technische Beigeordnete Rainer Gleß (v.l.) präsentierten vor Ort den beschlossenen Bebauungsplan.

Foto: Stadt Sankt Augustin

Viel Zeit, viele Seiten Gutachten, Konzepte und Artenschutzprüfungen brauchte es bis hierher. Deshalb waren die Mitglieder des Stadtrates zufrieden, in der Aprilsitzung nun Fakten schaffen zu können: Einstimmig beschloss der Rat die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes und ebnet damit den Weg für den „Wissenschafts- und Gründerpark“ auf dem sogenannten Butterberg, einem Areal nahe der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) plant dort ein mehrgeschossiges Bürogebäude, um seine in Sankt Augustin angesiedelten Institute zu erweitern.

Um den „Wissenschafts- und Gründerpark“ gedeihen zu lassen, will die Stadt weitere Unternehmen, etwa aus dem IT-Bereich, auf dem rund 62.000 Quadratmeter großen Areal ansiedeln. „Durch die Verzahnung mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie den Fraunhofer-Instituten und dem Lamarr-Institut in Birlinghoven werden weitere Unternehmen aus dem IT-Bereich angezogen und stärken den Standort Sankt Augustin nach unserem Leitbild als Wissensstadt Plus“, prognostiziert Bürgermeister Max Leitterstorf.

„Im Sinne der Wissensstadt Plus ist die Ansiedelung der Institute ein Leuchtturmprojekt für unsere Stadt“, so René Puffe, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Im Planungsprozess seien viele Anregungen berücksichtigt und tiefgehende Untersuchungen angestellt worden – teilweise weit über das hinaus, was für ein solches Vorhaben notwendig wäre. Im Rahmen des Verfahrens wurden etwa ein Verkehrs- und ein Schallgutachten, ein Versickerungsgutachten, ein wasserwirtschaftliches Konzept, ein Klimagutachten, ein landschaftspflegerischer Fachbeitrag und Artenschutzprüfungen erstellt, teilt die Stadt mit. Ein Jahr lang wurden Arten, die selten oder am Butterberg besonders gefährdet sind, in diesem Bereich untersucht. Mit den Ergebnissen wurden die „Vorgezogene Artenschutzmaßnahmen“ geplant.

 Am Rande des Grünen C soll der Wissenschaft- und Gründerpark entstehen.

Am Rande des Grünen C soll der Wissenschaft- und Gründerpark entstehen.

Foto: GA Grafik

Große Herausforderung steht noch bevor

„Ein großer Dank gilt Bürgermeister Max Leitterstorf, der das Projekt initiiert und maßgeblich vorangetrieben hat“, so die stellvertretende Planungssprecherin Claudia Feld-Wielpütz (CDU). Für die umfassende Arbeit im Planungsprozess galt ihr Dank zudem dem technischen Dezernat unter Leitung von Rainer Gleß. Auch Martin Metz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, hob die Bedeutung des Projektes für die Entwicklung von Sankt Augustin hervor und dankte dem Bürgermeister für seine Initiative. Über die Namensgebung des Projektes, das derzeit einfach „Butterberg“ genannt wird, werde man sich zu gegebener Zeit noch unterhalten müssen. SPD-Fraktionsvorsitzender Marc Knülle wies darauf hin, dass das DLR nicht alleine dort bleiben könne. „Es wird eine große Herausforderung, weitere Investoren dort anzusiedeln und in der Nähe der Hochschule ein Technologiezentrum entstehen zu lassen“, so Knülle. Er zeigte sich aber zuversichtlich – auch mit Blick auf die Frage nach dem Parkhaus, die die Stadt lösen werde.

„Ich bin froh, dass wir das komplexe Verfahren in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und mit viel Gründlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss führen konnten“, sagte der Technische Beigeordnete und Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rainer Gleß. „Nun gilt es, die verfügbaren Flächen an innovative Unternehmen zu vermarkten und den Wissenschafts- und Gründerpark in die Tat umzusetzen.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort