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Wohngebiet: Sankt Augustin-Menden: Diskussion um Verkehrsplanung

Planungen für Mendener Gärtnereigelände : Diskussion um Verkehrsplanung im geplanten Wohngebiet

Zum dritten Mal fand eine Bürgerinformation zur Bebauung des Mendener Gärtnereigeländes statt. Es gab bei der Versammlung wenig Kritik an den Plänen, das zentrale Thema ist die Verkehrsplanung.

Die Atmosphäre war eine besondere in der Aula der Fritz-Bauer-Gesamtschule. Lediglich rund 50 Bürger durften an der Bürgerversammlung zur geplanten Bebauung auf dem ehemaligen Gärtnereigelände in Menden nach vorheriger Anmeldung teilnehmen. Die Stühle standen weit auseinander, und jeder musste während der gut zweistündigen Veranstaltung eine Maske tragen. Die Kritik an dem neuen Bauvorhaben auf dem Gelände der alten Gärtnerei Werner hielt sich an diesem Abend in Grenzen.

Es war das dritte Mal, dass die Verwaltung zu diesem Bebauungsplanverfahren die Bürger informierte. Vieles, was am Montagabend nochmals diskutiert wurde, war auch in der Vergangenheit schon Thema gewesen. Rede und Antwort standen Sankt Augustins Erster Beigeordneter Rainer Gleß, der Projektleiter des Investors Wohnkompanie, Stefan Nagel, und der Verkehrsplaner Arne Blase von der AB Stadtverkehr aus Bornheim.

Es ging in erster Linie um den Verkehr – sowohl den ruhenden als auch den fließenden. Die Bürger wollten zudem wissen, wie viele seniorengerechte Wohnungen es geben wird. Auch interessierte sie, ob die neue Straße durch das Baugebiet auch von Bussen angefahren werde und so den Busverkehr in der Burgstraße etwas entzerren könnte.

Fragen zum Bestand, zum Beispiel in der Mittelstraße, und den mit der Bebauung zunehmendem Verkehr machten deutlich, wo die Sorgen der Anwohner liegen. Eine Bürgerin führte etwa aus, dass die Mittelstraße zwischen der Burgstraße und der Kolpingstraße schon jetzt stark belastet sei. „Man kann während der Stoßzeiten schon jetzt nicht mehr die Straße überqueren“, sagte sie. Der Erste Beigeordnete Rainer Gleß versprach, sich diese Situation vor Ort anzusehen. „Es muss auch etwas für den Bestand getan werden“, sagte er, und wurde postwendend zum Kaffee eingeladen.

Lange debattierten die Bürger über die ihrer Meinung nach zu knapp bemessene Anzahl an Parkflächen vor der neuen sechsgruppigen Kindertagesstätte. Arne Blase, der Verkehrsplaner für dieses Projekt, erläuterte den Rechenweg hin zu den insgesamt 17 Stellplätzen an dieser Stelle. „Das ist schon sehr viel“, sagte er. Ein Bürger aus der Boschstraße befürchtete, dass dann möglicherweise die Eltern in die Boschstraße führen, am Wendehammer parkten und ihre Kinder von dort aus zur Kita brächten. „Wir werden nicht für 120 Kinder vor der Kita Hol- und Bringzonen unterbringen“, stellte Gleß klar. Das sei überhaupt nicht das Ziel hinter dem Mobilitätskonzept zum neuen Bauprojekt in Menden. Es sei durchaus zumutbar, einige hundert Meter zu Fuß zu laufen oder die Kinder mit dem Fahrrad in die Kita zu bringen. „Wir müssen allerdings differenzieren, ob es sich um Eltern aus Menden handelt, die in der Nähe wohnen, oder um Eltern aus anderen Ortsteilen, die auf dem Weg zur Arbeit ihre Kinder zur Kita fahren“, relativierte er.

Kritisch wurde von einer Bürgerin angemerkt, dass alle Wohnungen verkauft statt vermietet werden sollen – einzige Ausnahme bilden die sozial geförderten Wohnungen. Auch an die Igel und Fledermäuse, die sich derzeit in einem Teil der alten Gärtnerei aufhalten, erinnerte ein Bürger. Ein weiterer fand das Parkkonzept mit 250 Stellflächen bei 190 Wohneinheiten als zu knapp bemessen. Blase stellte dazu klar, dass es gewollt sei, dass die Bewohner des Viertels möglichst auf alternative Verkehrsmittel zurückgreifen. „Wenn wir mehr Parkflächen zur Verfügung stellen, sind diese mit Sicherheit alle belegt, ziehen aber auch mehr Autos ins Viertel, und das ist nicht gewollt“, erläuterte Blase. Nach gut zwei Stunden gab es schließlich sogar Applaus für die letzte Bürgerversammlung zu diesem Bauprojekt.