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Siegburg: So sieht der Rohbau des Rhein-Sieg-Forums aus

Erweiterung der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg : Rhein-Sieg-Forum: Der Rohbau steht

Die Arbeiten auf der Baustelle der Rhein-Sieg-Halle schreiten voran: Der Rohbau des neuen Rhein-Sieg-Forums in der Siegburger Innenstadt steht. Die Stadt hat nun einen Förderbescheid für die Gestaltung des Außengeländes erhalten.

Während der Betrieb der Rhein-Sieg-Halle angesichts der Corona-Pandemie seit Wochen weitestgehend ruht, schreiten die Arbeiten auf der benachbarten Baustelle unübersehbar voran: Der Rohbau des neuen Rhein-Sieg-Forums in der Siegburger Innenstadt steht. Folien schützen die großen Fensterfronten an der Bachstraße, dahinter läuft die Innenausstattung.

Auch für die Gestaltung der Außenanlagen hat die Politik kurz vor ihrer Sommerpause grünes Licht gegeben, mit den Stimmen der CDU. SPD, Grüne und Linke lehnen die Planung, die auch ein Amphitheater vorsieht, ab. Das 2,8 Millionen Euro teure Projekt wird zu 60 Prozent über das NRW-Städtebauförderungsprogramm bezuschusst.

Die Gestaltung des Hallenvorplatzes ist Teil des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). „Wir verfolgen die städtebauliche Idee, Aufenthaltsqualitäten zu schaffen und mehr Grün in die Innenstadt zu bringen“, erklärt Bürgermeister Franz Huhn, der den aktuellen ISEK-Förderbescheid am Donnerstag in Köln entgegennahm.

Architekt Corné plant Tribüne und Grünflächen auf dem Vorplatz

Der Vorplatz sei ein wichtiger Punkt zwischen Bahnhof, Markt und Michaelsberg. „Das ist für uns die einmalige Chance, unsere Spielstätten im Forum um eine Außenbühne zu erweitern“, sagt Huhn mit Blick auf das vorgesehene Amphitheater. Es solle ein Ort mit Verweilcharakter entstehen.

Dem hat der Siegburger Architekt Hartmut de Corné in einem Masterplan eine Form gegeben. Neben der kleinen Tribüne sieht der eine Neuordnung der Grünflächen, eine Umgestaltung der Bachstraße und die Einbindung und Aufwertung des Schulhofs des benachbarten Gymnasiums Alleestraße vor.

Der neue Platz, den de Corné „Pariser Platz“ getauft hat, erhält wie andere Stellen in der Innenstadt San-Mauro-Pflaster – und bleibt für den Busverkehr geöffnet. „Wie das mit dem Indiviualverkehr ist, müssen wir schauen“, so Huhn. Schule, Siegburger Künstler wie auch die Studiobühne hätten bereits Interesse am Amphitheater signalisiert.

Der Startschuss für die Arbeiten am neuen Außengelände fällt indes erst, wenn das Rhein-Sieg-Forum eröffnet ist. Im Januar soll es in der dann um 2500 Quadratmeter vergrößerten Veranstaltungshalle erste Probeläufe geben. Eine Karnevalssitzung soll laut Hallendirektor Frank Baake im Februar der erste Test bei laufendem Betrieb sein. Ab März sei das Forum auch für Tagungen buchbar. Für die Arbeiten rund um das Forum sind zwei Bauabschnitte vorgesehen, wie André Kuchheuser erklärt. „Im Herbst 2021 soll das Gelände fertig sein“, sagt der Vorstand der Stadtbetriebe AöR, die das Rhein-Sieg-Forum seit 2013 betreiben.

Noch bestimmen aber Bauzäune, Kühlcontainer und Baufahrzeuge das Bild vor der Veranstaltungshalle. Bis März lief der Betrieb in der 2006 eingeweihten Rhein-Sieg-Halle trotz Baustelle wie gewohnt weiter. Dann schlossen sich Corona-bedingt die Türen des Veranstaltungssaals, in den die Stadtentwicklungsgesellschaft einst rund zwölf Millionen Euro investiert hat. Das hat auch finanzielle Auswirkungen.

Hygienekonzepte für den Veranstaltungsbetrieb

Kuchheuser spricht von Umsatzeinbußen in Höhe von 316 000 Euro. Einzelne Veranstaltungen wie politische Sitzungen oder auch die Verleihung von Abiturzeugnissen hat es inzwischen wieder gegeben. Wann die Halle aber wieder in ihren regulären Betrieb zurückkehren kann, sei weiterhin ungewiss, so Baake.

Gerade habe etwa die Kölner Band Kasalla ihr im September vorgesehenes Nachholkonzert für ihren Ende April entfallenen Auftritt ins nächste Jahr verlegt. „Die Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen“, sagt der Hallendirektor. „Wir unterstützen sie, wo es geht, bei der Umsetzung“, versichert er.

Auf die Arbeiten am Anbau hat die Corona-Krise bislang keine Auswirkungen. „Wir liegen im Zeitplan und im Budget“, sagt Kuchheuser. 10,235 Millionen Euro investieren die Stadtbetriebe in die Erweiterung. Von der verspricht sich die Stadt viel: „Sie wird in ihrem Umfeld die Wirtschaft beleben“, sagt Franz Huhn und denkt etwa an Caterer, aber auch an die Hotelerie.

Dunkel ist es momentan noch in der „kleinen Schwester“ der bisherigen Halle. Das wird sich ändern, wenn die Planen von den hohen Fensterfronten fallen: Dann kommt Tageslicht in den für bis zu 400 Besucher gedachten Bau. Ebenso in die sechs Tagungsräume, die eine Etage höher angesiedelt sind. Über eine Treppe geht es von dort auf die frühere Dachterrasse – sie verbindet als begrünter Innenhof alte und neue Halle. Mehr Raum für Tagungen, Kongresse und kleinere Veranstaltungen waren das Hauptargument für die Erweiterung, die der Verwaltungsrat der Stadtbetriebe Ende 2016 bei einer Gegenstimme der Linken auf den Weg gebracht hat.