Haftstrafe für Wiederholungstäter aus Lohmar 60-Jähriger saß mehrfach unter Alkoholeinfluss am Steuer

Siegburg/Lohmar · Dass er zum wiederholten Male stark alkoholisiert und ohne Führerschein Auto gefahren ist, räumte der Lohmarer vor dem Siegburger Amtsgericht ein. Das bewertete sein Verhalten allerdings als uneinsichtig und sah keine Möglichkeit mehr für eine Bewährungsstrafe.

 Weil er ohne Führerschein und alkoholisiert Auto gefahren ist, musste ein Lohmarer sich vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten.

Weil er ohne Führerschein und alkoholisiert Auto gefahren ist, musste ein Lohmarer sich vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten.

Foto: Ralf Klodt

Nur drei Monate nachdem er eine für das gleiche Delikt verhängte Strafe verbüßt hatte, setzte sich ein 60 Jahre alter Lohmarer wieder alkoholisiert und ohne Fahrerlaubnis hinters Steuer. Deswegen musste er sich nun erneut vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten. Dieses Mal sah Richterin Julia Dibbert allerdings keine Möglichkeit mehr, die Strafe auf Bewährung zu verhängen. Sie verurteilte den Mann zu sechs Monaten Haft wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Trunkenheit im Verkehr.

Der Lohmarer räumte vor Gericht ein, im September 2023 gegen den Willen seiner Lebensgefährtin deren Autoschlüssel genommen zu haben und mit dem Wagen auf der Lohmarer Hauptstraße Richtung Siegburg gefahren zu sein – mit einem nachgewiesenen Blutalkoholpegel von mehr als 2,4 Promille. Dabei kam er mit dem Auto von der Fahrbahn ab und streifte einen am Rand abgestellten Wagen. Dessen ungeachtet entfernte sich der Angeklagte unerlaubt vom Unfallort und fuhr weiter Richtung Siegburg zur dortigen Raststätte. Ein Zeuge hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei verständigt.

Mann kann sich an den Unfall nicht erinnern

An den Unfall kann der Mann sich nicht erinnern, wie er vor Gericht sagte. Vermutlich, weil er neben reichlichem Alkoholkonsum auch Tabletten eingenommen hatte. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft ging zugunsten des Angeklagten davon aus, dass er alkoholbedingt den Unfall nicht bemerkt haben könnte, zumal er das fremde Fahrzeug nur leicht touchiert habe. Deswegen ließ sie die Anklage wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort fallen.

Der 60-Jährige erklärte im Gerichtssaal weiter, dass er nach dem Vorfall selbst die Polizei angerufen habe, nachdem seine Lebensgefährtin ihm telefonisch mitteilte, dass die Polizei bei ihm zu Hause gewesen sei. Da aber niemand gekommen sei, habe er sich wiederum mit dem Auto auf den Weg zur Siegburger Wache gemacht. Auf Höhe des Parkplatzes am Oktopus-Schwimmbad an der Zeithstraße habe er im Rückspiegel ein Polizeifahrzeug bemerkt und angehalten. Die Beamten hätten ihn dann festgenommen.

Gericht beschlagnahmt das Auto

„Sie sind eine Gefahr im Verkehr und zeigen keine Einsicht“, sagte die Richterin. Sie warf dem Angeklagten vor, bereits 13 Mal einschlägig vorbestraft zu sein, aus allen Strafen nichts gelernt zu haben und sich immer wieder alkoholisiert ans Steuer zu setzen. Die Lebensgefährtin hatte ausgesagt, der Mann nehme immer wieder die Autoschlüssel und selbst wenn sie diese verstecke, nütze das nichts.

Aus diesem Grund ordnete Julia Dibbert die Beschlagnahmung des Fahrzeugs an, die der Angeklagte unbedingt abwenden wollte. Er begründete dies damit, dass er das Auto zwar gekauft habe, es aber seiner Lebensgefährtin gehöre und die Frau auf den Wagen angewiesen sei. Die Richterin ließ sich davon aber nicht beeindrucken, da eine hohe Wiederholungsgefahr bestehe. Vor allem auch deshalb, weil der Mann auch neun Monate nach der Tat immer noch nichts gegen seine Alkoholsucht unternommen habe.

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