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Lage im Rhein-Sieg-Kreis: Altenheime in der Region sollen Test-Teams für den Notfall aufstellen

Lage im Rhein-Sieg-Kreis : Altenheime in der Region sollen Test-Teams für den Notfall aufstellen

Bewohner und Mitarbeiter in einem Altenheim in Sankt Augustin wurden auf das Coronavirus getestet. Der Kreis hat die Heimleitungen zudem aufgefordert, Test-Teams zu bilden. Aktuelle Zahlen von Donnerstagabend finden Sie im Artikel.

Im Rhein-Sieg-Kreis flacht die Kurve der Coronavirus-Infektionen ab. „In unserem Mikrokosmos sind wir mit den Maßnahmen erfolgreich gewesen“, sagte Gesundheitsamtsleiter Rainer Meilicke am Donnerstag bei der täglichen Pressekonferenz des Kreises. Besondere Aufmerksamkeit liegt weiter auf den Altenheimen der Region.

Wie berichtet, ist eine Bewohnerin des CBT-Wohnhauses St. Monika in Sankt Augustin an den Folgen einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben. Ein verstorbener Heimbewohner aus Bad Honnef hingegen wird seit Donnerstag nicht mehr in der Corona-Statistik erfasst. „Der ehemals positiv getestete Patient war wieder gesund und ist dann an einem Unfallgeschehen verstorben“, berichtete Meilicke.

Mobile Test-Teams sollen schnell für Klarheit in den Heimen sorgen

Um alle Altenheime im Kreis auf mögliche Corona-Fälle vorzubereiten, hat der Kreis die Leitungen aufgefordert, ein Ausbruchmanagement-Team aufzustellen. Falls notwendig, kommen Mitarbeiter aus dem Abstrichzentrum in Hennef ins Heim und führen Tests durch. Der Kreis hat außerdem Hilfskräfte wie die Malteser dafür geschult, ebenfalls mobil Abstriche zu nehmen. „Das ist alles vorsorglich“, sagte Meilicke. Es sei nicht daran gedacht, flächendeckend in allen Altenheimen Bewohner und Mitarbeiter auf Sars-CoV-2 zu testen. Im Rhein-Sieg-Kreis sind aktuell drei Einrichtungen in Sankt Augustin, Bad Honnef und Lohmar betroffen.

Ein mobiles Team des Abstrichzentrums Hennef war am Donnerstag im Haus St. Monika in Sankt Augustin, um weitere Testungen vorzunehmen. „Natürlich gibt es im Haus eine gewisse Unruhe, was von unserem Team aber gut aufgefangen wird“, sagte Annette Zang, Unternehmenssprecherin der CBT Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH in Köln. Wichtig sei zurzeit vor allem die psychosoziale Betreuung der Heimbewohner durch geschultes und vertrautes Personal.

Hotline für Mitarbeiter des CBT-Wohnhauses St. Monika eingerichtet

Im Übrigen habe die CBT auch für ihre eigenen Mitarbeiter eine Hotline eingerichtet, an die diese sich mit ihren Ängsten in Zusammenhang mit der Corona-Epidemie wenden könnten. „An erster Stelle steht jetzt die Umsetzung aller nötigen Schutzmaßnahmen aus unseren Notfallplänen und die Pflege der Heimbewohner“, so Zang. Dann erst würden die Angehörigen informiert. „Die Kommunikation zu den Angehörigen erfolgt telefonisch. Wir legen großen Wert auf den persönlichen Kontakt zu ihnen, da können wir auf jede individuelle Frage eingehen, was mit einem allgemeinen Rundschreiben nicht möglich wäre.“ Überhaupt sei Heimleiterin Vera Druckrey wichtig, dass die Heimbewohner trotz des kompletten Besucherstopps wenigstens telefonisch kommunizieren könnten: „Es ist gut und beruhigend für sie, wenn sie über Video-Telefonie ihre Freunde und Verwandten sehen und sprechen können.“

Noch seien die Heime der CBT gut mit Schutzausrüstung versorgt, sagte Zang, aber die Lieferketten für Nachschub seien zurzeit extrem schwierig. Sie sei aber froh, dass die Stadt Sankt Augustin zugesagt habe, bei Engpässen auszuhelfen. „Wir stehen im Austausch mit der Heimleitung und den behandelnden Ärzten. Wir haben die FFP2-Masken, die vom Kreis gestellt wurden, vermittelt und über unsere Freiwillige Feuerwehr geliefert“, so Sankt Augustins Sozialdezernent Ali Doğan. Der Kreis sei dabei, weitere Schutzausrüstung zu beschaffen, so Landrat Sebastian Schuster: „Dabei verlassen wir uns nicht nur auf die angekündigten Lieferungen des Landes, sondern sind auch selbst aktiv.“