1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Bahnhof Siegburg: Kontrolle der Maskenpflicht - wenig Verstöße

Verschärfte Kontrollen : Kaum Verstöße gegen die Maskenpflicht am Siegburger Bahnhof

Beim landesweiten Kontrolltag für die Einhaltung der Maskenpflicht an Bahnhöfen und in Bahnen beobachten die Ordnungshüter, dass es immer weniger Verstöße gibt.

Wenig Nahverkehrsnutzer, noch weniger Verstöße gegen die Maskenpflicht. Das ist das vorläufige Ergebnis der Einsatz- und Ordnungskräften, die am Dienstag im Rahmen der landesweiten Schwerpunktkontrollen Bahnreisende und Pendler am Siegburger Bahnhof auf die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollierten.

In einigen Fällen blieb es bei Erinnerungen und Ermahnungen, in anderen Fällen erhoben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes das landesweit einheitliche Bußgeld für Maskenverstöße in Bussen, Bahnen und Bahnhöfen in Höhe von 150 Euro.

„Wir wollen mit der Schwerpunktkontrolle ein Zeichen setzen, für das Tragen der Maske sensibilisieren, aber auch für die Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeiter sorgen“, erklärte Christian Tiemann, Pressesprecher der Bundespolizei, am Dienstagmittag das große Aufgebot von Polizeibeamten und Ordnungsamtsmitarbeitern: „Die Bundespolizei hat heute die Aufgabe, die örtlichen Ordnungsbehörden und, wenn notwendig, die Feststellung von Personalien zu unterstützen.“

Von einer „Jagd auf Maskenmuffel“, wie in sozialen Medien von Gegnern der Kontrollen geschrieben wurde, konnte indes keine Rede sein: Mit Abstand wurden die wenigen Personen, die keine Masken trugen, beobachtet und beim Verlassen des Bahnhofs gezielt angesprochen. „Es hat sich herumgesprochen, dass es eine Maskenpflicht gibt. Die erste Tendenz des heutigen Tages ist, dass sich die Bürger sehr gut an die Pflicht halten“, resümierte der Bundespolizeisprecher am Mittag.

Eine Beobachtung, die Holger Klein, Pressesprecher des Nahverkehr Rheinland, im Vergleich zu den landesweiten Kontrollen am 26. August sowie weiteren Kontrollen Anfang Oktober in Siegburg bestätigte: „Die Zahl der Fälle ist gesunken, die Akzeptanz ist massiv gestiegen.“

Ausreden aus der Anfangsphase der Maskenpflicht, etwa die vergessene Maske oder die Unkenntnis über die Tragepflicht auf dem Bahnhofsgelände, höre man heute nicht mehr, und auch das Bußgeld in Höhe von 150 Euro sei durchweg bekannt, so Klein: „Wir wollen, dass sich die Fahrgäste sicher fühlen, aber auch die Mitarbeitenden im Nahverkehr.“

So mancher Fahrgast im Nahverkehr sah das allerdings anders: Nachdem sich die Türen der Linie 66 schlossen und die Bundespolizisten außer Sicht waren, zog eine Frau ihre Maske ab. Ein anderer Fahrgast, der am Mittag mit der S19 Richtung Köln unterwegs war, konnte erst nach lebhafter Diskussion mit zwei Mitarbeitern der DB Sicherheit zum Tragen der Maske motiviert werden. Ein weiterer Mann, der von der Bundespolizei im Bahnhofsgebäude angesprochen wurde, konnte ein gültiges Attest zur Befreiung von der Maske vorweisen.

An anderen Tagen seien die Diskussionen durchaus heftiger, so zwei Mitarbeiter der DB Sicherheit, die namentlich nicht genannt werden wollten: „Es ist aber nicht nur die Maske: Manchmal laufen Personen quer über die Schienen, was absolut lebensgefährlich ist, oder wollen sich nicht ans Rauchverbot halten.“ Vorfälle, die am Dienstag nicht zu beobachten waren, so die Mitarbeiter – wohl auch aufgrund der massiven Polizeipräsenz.

In der Pressekonferenz des Rhein-Sieg-Kreises sagte Landrat Sebastian Schuster am Dienstag, dass es inzwischen wissenschaftliche Studien gebe, wonach der ÖPNV kein Infektionstreiber sei. Er ruft die Bürger dazu auf, weiter ihre Tickets zu kaufen und zu nutzen. „Der Rhein-Sieg-Kreis zahlt im nächsten Jahr mehr als 50 Millionen Euro Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr“, berichtete Schuster. Wenn zum Beispiel weniger Jobtickets genutzt würden, sei das Defizit erheblich größer, „und es wird Jahre dauern, das Vertrauen der Kunden wieder aufzubauen“, so Schuster.