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Bau der Mobilstationen für Fahrräder in Siegburg stockt.

Radverkehr : Bau der Mobilstationen in Siegburg stockt

Es hakt beim Bau der Mobilstationen in der Kreisstadt. Nach zwei Monaten überwiegendem Stillstand soll es mit den Bauarbeiten an den neuen Fahrradabstellanlagen in Siegburg weitergehen.

Am Bahnhof flattert auf der einen Seite rot-weißes Flatterband, auf der anderen Seite ist eine große Fläche abgesperrt. Im September entfernten Bauarbeiter ein paar Pflastersteine – und das war’s. „Es gab unterschiedliche Auffassungen über die Fundamentierungen mit der ausführenden Firma“, sagte Stadtsprecher Jan Gerull auf GA-Anfrage. Für die spätere Überdachung der Fahrradabstellanlage müssen Pfähle gesetzt werden. Aber wie? Diese Frage sei mittlerweile geklärt, sagte Gerull. Ab Montag, 2. Dezember, soll es weitergehen.

Im Übrigen ist bislang noch keine der geplanten elf Mobilstationen fertiggestellt, wie Gerull bestätigte. Dabei sollte im Spätsommer mit den Arbeiten begonnen und diese bis Herbst abgeschlossen sein. Die Stationen sollen auch an das Leitsystem angeschlossen werden, das im kommenden Jahr eingeführt werde, so Gerull. Die Stadt Siegburg wird in ein landesweites Radverkehrsnetz integriert. Zwischen diesen sogenannten Premiumrouten und den Fahrradmobilstationen wird der Streckenverlauf über ein Fahrradparkleitsystem ausgewiesen – zur besseren Orientierung. Neben einer Beschilderung werden die Wege und Stationspunkte auch digital erfasst und zu einem Wegweisungskataster zusammengestellt.

Die Mobilstationen selbst werden über eine Auswahl von vielen „Systemkomponenten“, wie es so schön heißt, verfügen. Gerull betont, dass nicht alle Stationen gleich ausgestattet werden: Da wird es Fahrradboxen und Platz für Doppelstockparker geben, Luftpumpen, Ladeeinrichtungen für E-Fahrräder, einen Fahrradschlauchautomat, Gepäckschließboxen und Ähnliches. Als Standorte stehen neben dem am Bahnhof auch folgende fest, an denen bereits gebaut wird: Bahnhof Brückberg/Adolf-Kolping-Platz, Johannesstraße, Kaiserstraße/Ringstraße, Kaldauen, Katholisch-Soziales Institut, Luisenstraße/Barbarossaplatz, Markt, Mühlentorplatz, Rathaus sowie Stallberg/Kaldauer Straße.

Teil einer bundesweiten Klimaschutzinitiative

Wie berichtet, soll in Kooperation mit der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft rechtsrheinisch auch ein Fahrradverleihsystem aufgebaut werden. Die entsprechenden Verträge mit den beteiligten Kommunen müssten „möglichst zeitnah abgeschlossen“ werden, um den Betriebsbeginn in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 sicherzustellen, heißt es in einer Vorlage, mit der sich der Planungsausschuss der Stadt Siegburg am Mittwoch, 4. Dezember, ab 18 Uhr beschäftigen wird. Dem Strategiepapier zufolge startet Siegburg mit 55 Leihfahrrädern, die an sieben bis neun Stationen zur Verfügung gestellt werden sollen. Pro Jahr kostet das die Stadt rund 46.000 Euro.

Im Oktober 2018 wurden von SWBmobil im Stadtgebiet Bonn und im Mai 2019 vom Regionalverkehr Köln im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis zwei Fahrradverleihsysteme gestartet. Die Nutzerzahlen seien zufriedenstellend, heißt es. Angestrebt wird ein „grenzüberschreitender“ Verkehr mit den Fahrrädern zwischen Bonn und den Kreis-Kommunen.

Die Mobilstationen sind Teil der bundesweiten Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, an der sich die Kreisstadt Siegburg mit ihrem Projekt „Fahrrad=Berechtigung“ beteiligt und dafür Geld vom Bund bekommt. „Siegburg strebt eine Gleichberechtigung von Fahrrad und Auto im Alltag an“, heißt es dazu im städtischen Strategiepapier. „Durch eine attraktive Fahrradinfrastruktur wollen wir gute Voraussetzungen schaffen, damit der Fuß- und Radverkehr den Mobilitätsmix auch beim Transport dominiert. Hierzu gilt es, den Komfort beim Aufenthalt und Einkauf mit dem Rad in der Stadt zu erhöhen.“