Urteil vor dem Siegburger Amtsgericht 38-Jähriger finanziert seine Drogensucht mit Diebstahl

Siegburg/Troisdorf · Mitarbeiter eines Troisdorfer Baumarktes hatten einen 38-Jährigen bei einem Diebstahl in Troisdorf ertappt und festgehalten. Der wehrte sich und verletzte dabei einen der Männer. Vor dem Siegburger Amtsgericht musste er sich nun wegen Diebstahls und Körperverletzung verantworten.

 Wegen eines räuberischen Diebstahls musste sich ein 38-Jähriger vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten.

Wegen eines räuberischen Diebstahls musste sich ein 38-Jähriger vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten.

Foto: Ralf Klodt

Um seine Drogensucht zu finanzieren, hat er in einem Troisdorfer Baumarkt Dinge mitgenommen, ohne sie zu bezahlen, und dabei auch noch einen Mitarbeiter verletzt. Wegen räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit Körperverletzung musste sich der 38-Jährige am Dienstag vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten. Ein Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Ulrich Wilbrand verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von acht Monaten und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte zeigte sich geständig und entschuldigte sich außerdem bei seinem Opfer. Daher ging das Gericht von einem minder schweren Fall aus.

Der Mann räumte vor Gericht ein, im April 2023 in einem Troisdorfer Baumarkt mehrere Akkus im Gesamtwert von rund 450 Euro entwendet und an der Kasse vorbei nach draußen gebracht zu haben. Dort wurde er von einem Mitarbeiter (A) des Unternehmens gestellt und festgehalten. Da der Angeklagte sich heftig wehrte, rief der Angestellte über Headset einen Kollegen (B) zur Unterstützung. Zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter des Baumarkts versuchten sie, den Täter zu überwältigen, der um sich schlug und dabei B ein „Veilchen“ verpasste, wie dieser angab. Er betonte aber, der Angeklagte habe nicht gezielt zugeschlagen, sondern ihn im Gerangel zufällig im Gesicht getroffen. Daher habe er auch davon abgesehen, Anzeige gegen ihn zu erstatten.

Bewährungshelfer soll helfen, die Sucht in den Griff zu bekommen

Als Grund für seinen Diebstahl nannte der 38-Jährige seine Drogensucht. Für seinen Crack-Konsum benötige er etwa 30 Euro täglich, da er aber nur 180 Euro Sozialhilfe bekomme, habe er mit dem Diebstahl seine Sucht finanzieren wollen. Damit er diese in den Griff bekommt, ordnete das Gericht an, ihm einen Bewährungshelfer zur Seite zu stellen. Der Angeklagte erklärte, dass er seit seiner Festnahme im Januar dieses Jahres kein Crack mehr konsumiert habe. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Den Haftbefehl setzte das Gericht außer Kraft, sodass der Angeklagte das Gericht als freier Mann verlassen konnte. Ulrich Wilbrand mahnte ihn aber eindringlich, nicht wieder straffällig zu werden, da er sonst im Gefängnis lande. Vor allem im Hinblick auf zwei weitere Diebstähle, die er im Anschluss an den verhandelten Fall beging und für die er bereits zu Geldstrafen verurteilt wurde.

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