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66.000 Kubikmeter Holz: "Burglind" und "Friederike" beschädigten Wälder in der Region

66.000 Kubikmeter Holz : "Burglind" und "Friederike" beschädigten Wälder in der Region

„Burglind“ und „Friederike“ legen im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Rhein-Sieg-Erft rund 66.000 Kubikmeter Holz um. Die Förster sehen jetzt eine gute Gelegenheit, mit Nachpflanzungen von reinen Fichtenbeständen zu Mischwäldern zu kommen.

Wer derzeit in den Wäldern des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft spazieren geht, sieht einen vielfach beschädigten Wald. An vielen Stellen liegen überwiegend Nadelbäume wie Fichten oder Kiefern kreuz und quer übereinander, oder es ragen Stämme ohne Krone in den Himmel. Aber auch viele Laubbäume sind unter dem Druck der Böen entwurzelt. Die Stürme „Burglind“ und „Friederike“ haben ganze Arbeit geleistet. 66.000 Kubikmeter (Festmeter) Holz müssen nun verarbeitet werden.

Zunächst aber eine gute Nachricht: Es gibt keine großräumigen Wegesperrungen oder Waldbetretungsverbote wie etwa im Rheinisch-Bergischen Kreis. Uwe Schölmerich, Leitender Forstdirektor des Forstamtes, bittet allerdings darum, „generell Altwald- und Wildnisgebiete zunächst einmal zu meiden und dort, wo gearbeitet wird, die Wegesperrungen“ auch zu beachten.

Denn auch nach dem Sturm können Bäume immer noch spontan umfallen oder lose Äste herunterfallen. Auch sollten Wege, in deren Bereich Bäume „hängen“, sich also in Schieflage befinden oder an anderen Bäumen noch abstützen, tunlichst nicht begangen werden. Diese Bäume müssen von den Mitarbeitern des Forstamtes erst abgeschnitten werden, damit sie niemanden gefährden. Im Übrigen aber, so Schölmerich weiter, geschehe das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr.

Holz ist großräumig verteilt

Ansonsten sei der Kreis bei den Stürmen relativ gut davongekommen, sagt Schölmerich weiter. Im Bereich seines Forstamtes seien rund 66.000 Festmeter Holz geworfen worden, der Jahreseinschlag betrage rund 90.000 Festmeter. In ganz NRW liegen rund 1,3 Millionen Festmeter, während es vor elf Jahren nach dem Sturm „Kyrill“ rund 18 Millionen Festmeter waren.

Die meisten Schäden sind in Swisttal, Eckenhagen, Eitorf und im Königsforst entstanden. Im Siebengebirge hat es das Revier von Forstmann Gereon Jammes getroffen. Im dem 1720 Hektar großen Bezirk liegen rund 5000 Festmeter am Boden. Oberhalb des „Mantelparkplatzes“ – zwischen Kloster Heisterbach und Heisterbacherrott – sind ein halbes Dutzend Forstwirte mit Kettensägen und schwerem Gerät dabei, die Windwurfflächen aufzuarbeiten. Knapp sechs Stunden habe „Friederike“ gebraucht, um dort zwei Schneisen in den Wald zu schlagen, erklärt Jammes. Und weiter: „Der immense Regen der vergangenen Wochen hat den Boden so aufgeweicht, dass er den Wurzeln kaum noch Halt bietet. Dann haben die Sturmböen die Bäume hin- und hergewippt, sodass die Wurzelteller immer lockerer wurden, bis die Bäume schließlich umkippten.“

Auch im Bereich des Kottenforstes haben die Stürme kräftig zugeschlagen. Im Dienstbezirk von Horstmar Schöne zwischen Buschhoven und Heimerzheim liegen rund 6000 Festmeter am Boden. Aber nicht auf einigen wenigen Flächen, sondern großräumig verteilt. „Überall liegt etwas. Das aufzuräumen, ist teuer und kompliziert“, klagt der Forstmann.

Viele Bäume sind instabil

Aber immerhin sind die Wege wieder begehbar, werden jedoch laut Schöne bis zum Sommer nicht mehr „so komfortabel zu begehen“ sein, wie Spaziergänger und Radfahrer das gewohnt sind. So bittet das Forstamt auch um Verständnis für einen vorübergehend schlechten Wegezustand. Denn mit dem Aufräumen größerer Windwurfflächen sei es nicht getan, sagt Schölmerich weiter. Auch die vielen umgefallenen Einzelbäume – vor allem Nadelbäume – müssten so schnell wie möglich aus dem Wald heraus, um nicht dem Borkenkäfer als Brutbiotop zu dienen.

Mit „einem hellblauen Auge“ davongekommen ist auch die Wahner Heide, freut sich Forstdirektor Achim Urmes vom Bundesforstamt: „Wir haben nur kleinere Flächenwürfe, ansonsten mehr oder minder Einzelwürfe.“ Macht in Summe etwa 500 Festmeter Nadel- und 300 Festmeter Laubholz aus. Allerdings ist der Forstmann besorgt, dass jetzt viele Bäume instabil geworden sind und bereits durch eine leichte Böe umkippen können.

Da in der Wahner Heide ohnehin nur und ausschließlich Wege begangen werden dürften, seien diese jetzt vorläufig gesichert.Wenn man aber den Stürmen wenigstens etwas Gutes abgewinnen wolle, sagt Schölmerich, dann sei jetzt die Gelegenheit, von reinen Fichtenbeständen zu Mischwäldern zu kommen. Teils durch Nachpflanzung, teils durch Naturverjüngung, wenn der Wildbestand nicht zu hoch sei.