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Corona im Rhein-Sieg-Kreis: Hoffen auf Verordnung aus Berlin

Kosten für präventive Tests : Rhein-Sieg-Kreis hofft auf Verordnung aus Berlin

Die Kosten für präventive Tests werden aktuell vorgestreckt. Kommunale Mitarbeiter im Rhein-Sieg-Kreis sollen außerdem laut Landrat Sebastian Schuster nur im Notfall Kontakte verfolgen.

Die Verwaltungsmitarbeiter in den Kommunen des Kreises bleiben, wo sie sind. Das betonte Landrat Sebastian Schuster bei der Pressekonferenz zur Lage der Corona-Pandemie. 120 Mitarbeiter haben die Kommunen dem Kreis insgesamt zu Beginn der Pandemie angeboten. Sie sollten als Unterstützung bei der Nachverfolgung der Kontakte Corona-Infizierter eingesetzt werden. „Aber nur, wenn es nötig ist“, so Schuster zu den Sorgen einiger Bürgermeister, sie müssten nun für 18 Monate auf ihre Mitarbeiter verzichten.

Zunächst ist geplant, 150 Mitarbeiter in einer Software zu schulen, die die Kontaktverfolgung einfacher machen soll, im Anschluss daran die 120 bereit gestellten Mitarbeiter der Städte und Gemeinden. „Aber alle bleiben an ihren Schreibtischen und werden nur eingesetzt, wenn sie gebraucht werden“, so der Landrat.

Bisher 2000 Tests in Altenheimen

Die erfreuliche Entwicklung der Infektionszahlen zeige, dass das zumindest derzeit nicht nötig sei. Denn die Infektionskurve flacht zusehends ab. „Unsere Inzidenz beträgt jetzt 5,8“, sagte Schuster. Inzidenz ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche – die Bundesvorgabe von 50 Neuinfektionen pro Woche, ab denen ein neuer Lockdown fällig wäre, ist damit weit unterschritten. 2000 Tests hat der Kreis bereits präventiv in Altenheimen durchgeführt.

Dabei wurden bislang zwei Personen positiv getestet. Symptome wiesen sie allerdings nicht auf. „Jetzt hoffen wir auf die Verordnung aus Berlin, ob die Krankenkassen die Kosten für diese Tests übernehmen“, so Schuster. Nach einem Beschluss des Kreisausschusses geht der Rhein-Sieg-Kreis bis dahin in Vorlage. Getestet werden soll in den Altenheimen auf jeden Fall bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung Ende Juni. Ob das danach weitergeführt wird, sei nicht nur eine Frage der Kosten, sondern hänge auch von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab. Die Entscheidung darüber liegt aber beim Kreis-Ausschuss. Insgesamt sollen rund 10.000 Menschen nach derzeitigen Plänen präventiv auf das Coronavirus getestet werden.

Außerdem gibt es nach Auskunft des Landrats Wünsche, neben Altenheimen und Pflegediensten die Bewohner und das Personal von Flüchtlingsheimen präventiv zu überprüfen. Das haben die Grünen in Lohmar und Wachtberg beantragt, eine informelle Anfrage dazu gibt es zudem aus Bad Honnef. Dabei sieht Schuster die Zuständigkeit für die Finanzierung der Tests aber bei den Kommunen, möglicherweise auch bei der Bezirksregierung als zuweisender Behörde. Allerdings werde der Kreis selbstverständlich die Kommunen dabei praktisch unterstützen, so Schuster. Er stellte außerdem die Frage, ob präventive Tests nicht auch bei einer kompletten Öffnung von Schulen und Kindergärten wichtig sein könnten.