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Corona im Rhein-Sieg-Kreis: So bereitet sich der Kreis auf Reiserückkehrer vor

Corona-Tests im Rhein-Sieg-Kreis : So bereitet sich der Kreis auf die Testung von Reiserückkehrern vor

Ab Samstag gilt eine deutschlandweite Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises testet dann keine Einzelpersonen auf das Coronavirus, sondern führt nur Massentests durch.

Ab Samstag gilt eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Die neue Anordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird wohl dazu führen, dass an der Corona-Hotline des Rhein-Sieg-Kreises am Montag viele Fragen auflaufen. Bisher müssen sich Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, ohnehin zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben – es sei denn, sie weisen einen negativen Corona-Test vor, der höchstens 48 Stunden alt ist. Außerdem müssen sie sich per E-Mail beim Gesundheitsamt melden. „Ob sich das ab Samstag ändert, wissen wir auch noch nicht“, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz auf GA-Anfrage.

Für Corona-Tests war von Anfang an eine Überweisung des Hausarztes oder ein Schreiben des Gesundheitsamts notwendig. Der Kreis hatte Ende März zusätzliche Abstrichzentren in Rheinbach und Hennef eingerichtet, um die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Krankenhaus in Siegburg zu entlasten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Corona-Tests für die Hausarztpraxen Neuland. Inzwischen wird ein Großteil der Tests dort abgewickelt. „Nur Hausärzte, die sich selbst als Risikopatienten sehen, machen Abstriche nicht selbst“, berichtete Jaqueline Hiepler, Vorsitzende der KV-Kreisstelle Rhein-Sieg.

Das Gesundheitsamt schickt mobile Teams immer dann los, wenn Massentests nötig werden, wie zum Beispiel in der Fleischindustrie, bei Saisonarbeitern oder in Flüchtlingsheimen. Die Test- und Laborkapazitäten insgesamt sind laut Kreis weiterhin ausreichend. Eine Regel gilt für alle, die sich testen lassen möchten: Nie einfach in die Praxis gehen, sondern immer vorher telefonisch anmelden. So geht es dann weiter:

■ Rückkehrer aus Risikogebieten: Hier ist erste Adresse die Hausarztpraxis, die einen Termin für den Abstrich vergibt. „Wir können nur ein gewisses Pensum schaffen“, sagte Hiepler, die Allgemeinmedizinerin in Hennef ist. Der Bund übernimmt nicht nur die Kosten für den Pflichttest. Freiwillig können sich laut Bundesgesundheitsministerium alle Urlauber bis zu 72 Stunden nach Einreise testen lassen.

Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer: Sie bekommen einen Berechtigungsschein und können sich dann beim Hausarzt auf Sars-CoV-2 testen lassen. „Ich habe heute den ersten Schein aus einer Kita gesehen, nächste Woche kommen noch die Lehrer hinzu, und das können wir über das Land abrechnen“, so Hiepler.

Personal in der Altenpflege: Vor Ostern waren kreisweit 16 Altenheime vom neuartigen Coronavirus betroffen. Ende April griff das Kreisgesundheitsamt eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf und ließ alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 123 Heimen und 80 ambulanten Pflegediensten vorsorglich testen. Laut Lorenz wird vom Gesundheitsamt inzwischen nur noch „Lage abhängig“ getestet, also wenn es in einer Einrichtung einen Coronaverdacht gibt. Bei vorsorglichen Tests beim Hausarzt ist laut KV nach wie vor nicht geklärt, wer zahlt.

■ Menschen mit Krankheitssymptomen: „Die symptomatischen Patienten machen uns keine Probleme, das üben wir seit April“, sagte Hiepler. Nach telefonischer Anmeldung gibt es den Test. Und am Wochenende? Die Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117 hat in einem Fall vom Wochenende ans Kreisgesundheitsamt verwiesen, die Hotline des Kreises ist aber nur noch werktags besetzt. „Symptomträger werden ganz klar auch am Wochenende im Notdienst bei uns abgestrichen“, so Hiepler. Da man nicht selbst in der Notdienstpraxis anrufen kann, hilft nur, an der Hotline hartnäckig zu bleiben.

■ Menschen ohne Symptome: „Dieser Kreis ist das große Problem. Die Patienten kommen mit einer Anspruchshaltung zu uns. Es ist aber nicht geklärt, wer das am Ende zahlen soll“, sagte Hiepler. Die Ärzte seien angehalten, nur das medizinisch Notwendige zu machen und abzurechnen. „Erst wenn etwas Pflicht wird, ist auch die Bezahlung geklärt“, so die KV-Vorsitzende.

Infos vom Kreis auf www.rhein-sieg-kreis.de/corona und am Bürgertelefon, Mo-Fr 8 bis 17 Uhr, 02241/13 33 33.