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Corona: Mutation B.1.1.7 im Rhein-Sieg-Kreis nachgewiesen

Corona-Pandemie : Mutation B.1.1.7 im Rhein-Sieg-Kreis nachgewiesen

Im Bad Honnefer Krankenhaus gibt es einen mit der britischen Corona-Mutation infizierten Patienten. Derweil hat der Rhein-Sieg-Kreis weitere Soldaten zur Unterstützung bei Schnelltests in Heimen angefordert.

Im Bad Honnefer Cura Krankenhaus gibt es einen bestätigten Fall der britischen Corona-Mutation B.1.1.7. Das teilte Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster am Freitag in der Telefon-Pressekonferenz der Kreisverwaltung mit. Bei der infizierten Person handelt es sich nach Schusters Angaben um eine Person, die aus einer Senioreneinrichtung in das Krankenhaus gekommen ist.  Wo sich die Person infiziert hat, steht noch nicht fest. Ob es im Kreis weitere Infektionen mit der Virus-Mutation gibt, war am Freitagnachmittag ebenso offen. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Corona-Mutation den Kreis erreiche, meinte Schuster.

Ungeachtet dessen seien die aktuellen Corona-Zahlen „ganz erfreulich“, befand der Landrat. Stand Freitagnachmittag gab es im Kreisgebiet 529 aktuelle Corona-Fälle. Die Zahl der an oder mit dem Virus verstorbenen Menschen erhöhte sich von Donnerstag auf Freitag um zwei Personen auf 309. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 70,4 liege man unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt, so der Landrat. „Das könnte der Beginn einer nachhaltigen Abwärtsbewegung sein“, sagte Schuster.

■ Impfungen: Das Impfzentrum in der Kinderklinik in Sankt Augustin soll nach Angaben der Kreisverwaltung am 8. Februar um 14 Uhr an den Start gehen. Zunächst sollen 450 Personen pro Tag geimpft werden. Laut Ingo Freier, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz, soll die Zahl ab der vierten Woche auf 900 Personen täglich erhöht werden, wenn mit der zweiten Impfung begonnen wird. Das alles unter dem Vorbehalt, dass genug Impfstoff vorhanden ist. 8100 Impftermine für die ersten drei Wochen seien bereits ausgebucht, so Schuster. Spätestens am Montag sollen wieder Terminvereinbarungen möglich sein. Stand Freitagnachmittag ist in 72 von 77 Senioren- und Pflegeheimen im Kreis die erste Impfung erfolgt, die zweite in 31 von 77 Einrichtungen. Dazu kommen Impfungen von Rettungskräften, Krankenhauspersonal sowie von Menschen, die in einem Betreuten Wohnen leben.

Zweites Impfzentrum:  Schuster unterstrich die Forderung der Kreisverwaltung und der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, ein zweites Impfzentrum im Linksrheinischen einzurichten. In der Sache herrsche „absolutes Einvernehmen“, so Schuster – und der Standort könne „gerne in Meckenheim“ sein. Wie berichtet, hatten die linksrheinischen Verwaltungschefs gemeinsam ein ehemaliges Verwaltungsgebäude in Meckenheim als Standort vorgeschlagen. Die CDU-Verbände aus Bornheim und Rheinbach hatten Gebäude in ihren Städten ins Spiel gebracht.

Masken für Bedürftige: Nach der Ankündigung, dass Bedürftige wie Hartz-IV-Empfänger kostenlos medizinische Masken erhalten sollen, hat der Kreis einen Bedarf für 31 414 Personen ermittelt.

Für diese Menschen werde man nach Angaben der Bezirksregierung Köln 112 000 Masken erhalten, so Schuster. Der Kreis werde die Masken abholen und zunächst nach dem Bedarf der Städte und Gemeinden portionieren. Verteilt werden sollen sie durch die Kommunen, und das „niederschwellig“, wie Schuster sagte.

Schnelltests durch die Bundeswehr: Wie der Landrat weiter sagte, habe der Kreis den Antrag gestellt, Bundeswehrsoldaten zu erhalten, die bei Schnelltests in Senioren- und Pflegeheimen helfen. Mitte Januar hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt, dafür Soldatinnen und Soldaten abzustellen. 16 Heime haben dem Landrat zufolge Bedarf angemeldet.