Corona in der Region : Mehr Schulbusse für den Rhein-Sieg-Kreis sind kaum zu bekommen

Der Vorschlag des Landesverkehrsministers, 1000 zusätzliche Busse bis zu den Herbstferien zu finanzieren, ist laut Fachbereichsleiter des Rhein-Sieg-Kreises schwer umzusetzen. Bei der Pressekonferenz wurde auch über die Auslastung des Kreisgesundheitsamts gesprochen.

Kaum sind die Schulferien vorbei, werden die kommunalen Behörden auch schon überschüttet mit Verordnungen, Vorgaben und Bürgeranfragen. „Die Kapazitäten im Kreisgesundheitsamt sind bis auf die Zähne ausgelastet“, sagte Landrat Sebastian Schuster am Mittwoch bei der Corona-Pressekonferenz.

Das Bürgertelefon werde zurzeit insbesondere von Lehrern und Kindergartenpersonal „gesprengt“.

Dabei liefen auch jede Menge Anfragen im Schulamt auf, weil die Schulen und Kindertageseinrichtungen offenbar völlig verunsichert sind, wie der Alltag unter Corona-Schutzauflagen vonstatten gehen soll. Schuster spricht von einem „Klärungsbedarf der Zuständigkeiten“. Vielleicht wird das ein Thema an diesem Donnerstag sein, wenn Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit allen Gesundheitsämtern in NRW konferiert.

Immer mehr positive Befunde - durch Reiserückkehrer

Konferiert haben am Mittwoch erstmals seit der Sommerpause die Landräte und Bürgermeister aus dem Kölner Regierungsbezirk mit der Präsidentin Gisela Walsken. Der Rhein-Sieg-Kreis stünde mit seinen Zahlen von Neuinfektionen sehr gut da, sagte der Landrat – bei der Sieben-Tage-Inzidenz mit neun Fällen pro 100.000 Einwohner unter dem Landesdurchschnitt von 10,7.

Die Fallzahlen stiegen derzeit zwar langsam, aber es gebe eine Zunahme von Infektionen durch Reiserückkehrer.

Weitgehend reibungslos sei der erste Schultag verlaufen, sagte Schulamtsleiter Hans Clasen. Die vom Kreis geführten Berufskollegs hätten zudem sehr geringe Ausfälle von Lehrern mit Vorerkrankungen. Auch keine Probleme gebe es in den Förderschulen, lediglich beim Tragen von Mund-Nasen-Schutz hätten Schüler mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung Schwierigkeiten.

Der für Verkehrsfragen zuständige Abteilungsleiter André Berbuir sah die Situation in den Schulbussen insgesamt zufriedenstellend. Stichproben etwa am Schulzentrum in Lülsdorf oder am Busbahnhof in Siegburg hätten keine Auffälligkeiten ergeben, einzig in Lohmar habe es „zu hohe Besetzungen“ gegeben.

Zusätzliche Schulbusse sind nicht einfach zu beschaffen

Ziemlichen Wind verursachte am Freitag eine E-Mail von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst, 1.000 zusätzliche Busse bis zu den Herbstferien zu finanzieren. Das Ministerium habe bei der privaten Buswirtschaft nachgefragt, wie viele Reisebusse wegen der Corona-Pandemie nicht genutzt würden. Der Minister wolle jetzt von den Kommunen Konzepte haben, wie man beispielsweise den Schulbeginn versetzt stattfinden lassen könne, um das Schüleraufkommen zu entzerren.

Das Problem sei, so Berbuir, dass gewisse Beschränkungen aufgehoben werden müssten, etwa die Barrierefreiheit oder eben, dass keine Tickets gedruckt werden können. Zudem bräuchte es dazu Busfahrer mit Orts- und Tarifkenntnissen. „Der Vorschlag ist toll, aber es wird schwierig, den umzusetzen.“