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Coronavirus in Siegburg: Alle Schulen geschlossen - Ein Tag vor den Ferien

Steigende Corona-Zahlen : Schulen in Siegburg sind ab sofort geschlossen

Siegburger Schüler sind ab sofort in die Herbstferien entlassen. Darauf haben sich die Stadt und der Rhein-Sieg-Kreis verständigt. Hintergrund sind die hohen Infektionszahlen.

Die Schulen in Siegburg sind mit sofortiger Wirkung geschlossen. Damit reagieren die Stadt und der Rhein-Sieg-Kreis auf den deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen in der Kreisstadt. Für die Schüler wäre es der letzte Schultag vor den Herbstferien gewesen. Eine Notbetreuung wird gewährleistet und auch die Offene Ganztagsbetreuung laufe unter strengen Hygienemaßnahmen weiter, teilte die Stadt Siegburg mit.

„Die Entwicklung in Siegburg bereitet uns Sorgen“, sagte auch Landrat Sebastian Schuster am Donnerstagmittag bei der wöchentlichen Telefonkonferenz des Kreises zur Corona-Pandemie. Und sie sei noch nicht am Ende angekommen, da das Ausbruchsgeschehen in der Evangeliumschristen Gemeinde Siegburg zu spät erkennbar gewesen sei. Seither könnte sich das Virus unbemerkt weiter verbreitet haben. „Ich befürchte, dass da noch einiges mehr auf uns zukommen wird“, sagte Schuster.

Deshalb hat sich die Kreisverwaltung mit der Siegburger Stadtverwaltung auf präventive Maßnahmen verständigt. Dazu zählt die vorzeitige Schließung aller Siegburger Schulen. Die Ferienbetreuung in den offenen Ganztagsschulen findet laut Stadt Siegburg unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften statt. Auch die Kitas werden gebeten, ihre Betreuung auf die Zeit vor dem Regelbetrieb zurückzuführen. Das bedeutet: Eine Betreuung soll es ausschließlich gruppenbezogen geben. Bis zum Ende der Herbstferien bleiben alle städtischen Turnhallen geschlossen. Private Feiern aus herausragendem Anlass im öffentlichen Raum müssen nun mit drei Tagen Vorlauf beim Ordnungsamt angemeldet werden, die maximale Teilnehmerzahl wird auf 25 begrenzt. Zudem empfehlen Stadt und Kreis, die Maske auch im Freien zu tragen. „Wir sind uns alle einig, dass wir jetzt handeln müssen“, sagte Schuster. „Es geht auch darum, ein Signal in die Bevölkerung zu geben, dass es ernst ist und dass wir nicht so weitermachen können.“

Siegburg überschreitet Grenzwert bei Sieben-Tage-Inzidenz

Wie berichtet, waren in der Evangeliumschristen Gemeinde Stand Mittwoch sieben Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 350 Personen sind in Quarantäne, 135 haben sich laut Kreisverwaltung am Donnerstag im Abstrichzentrum testen lassen. Der Kreis vermutet als Auslöser mehrere Gottesdienste, die bereits Ende September stattgefunden haben. Dabei sollen die Corona-Auflagen nicht eingehalten worden sein. Die Menschen hätten Messen ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz gefeiert und dabei auch gesungen, so Schuster.

Aufgrund der stark gestiegenen Zahlen liegt die Kreisstadt – wenn sie isoliert betrachtet würde – bei der Sieben-Tage-Inzidenz mit einem Wert von 69 deutlich über dem Grenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Diese Zahl hat der Kreis für sich selbst ermittelt. Denn offiziell gilt immer der Inzidenzwert auf Ebene des Gesundheitsamtes. Da lag der Rhein-Sieg-Kreis mit knapp 28 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner deutlich unter der ersten Warnstufe. Über dem ersten Grenzwert von 35 Fällen pro 100.000 Bürgern liegen nach dieser Berechnung aber die Städte Hennef und Bad Honnef.