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Corona im Rhein-Sieg-Kreis: Das Ende der Maskenpflicht ändert den Schulalltag nur wenig

Corona im Rhein-Sieg-Kreis : Das Ende der Maskenpflicht ändert den Schulalltag nur wenig

Seit dem 2. November dürfen Schüler am Platz die Maske abnehmen. Wir haben uns in den Schulen im Rhein-Sieg-Kreis umgehört, was sich damit geändert hat.

In der vierten Klasse der Grundschule am Pleiser Wald war die Vorfreude groß – am 2. November endete die generelle Maskenpflicht in Schulen. Klassenlehrerin Sabine Brockmann stellte allerdings schnell fest, dass die Lockerungen im Unterricht kaum einen Unterschied machen. Die Schülerinnen und Schüler dürfen die Maske nur abnehmen, wenn sie am Platz sitzen. Der Unterricht in der Grundschule sei aber oft mit Bewegung verbunden, die Kinder verließen den Sitzplatz für verschiedene Aktivitäten regelmäßig, dann sei die Maske wieder Pflicht. Die Zeit ohne Maske falle also deutlich kürzer aus als erwartet.

Auch am Gymnasium Siegburg Alleestraße hat sich wenig geändert. „Ich würde sagen, 95 Prozent der Schüler haben die Maske in meiner Klasse noch auf“, berichtet Kerstin Müßner, Lehrerin in der Oberstufe. Die Schüler seien an die Maske mittlerweile gewöhnt und zögerlich, wenn sie in bestimmten Situationen, wie im Sportunterricht, die Maske absetzen dürfen. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums bestätigen den Eindruck der Lehrerin. „Gefühlt trägt die ganze Klasse noch Maske“, sagt ein Schüler der siebten Klasse. Schülerinnen der achten und elften Klasse berichten ebenfalls, dass die meisten Schüler in ihren Klassen weiterhin Masken auf den Sitzplätzen tragen. Eine Schülerin aus der Oberstufe berichtet, dass Schüler, die die Maske am Sitzplatz absetzen, nun näher an den Fenstern sitzen müssen oder deren Abstand zu anderen Schülern vergrößert wird.

Kein Widerstand bei Eltern und Schülern

Am Albert-Einstein-Gymnasium sei in Zusammenarbeit mit Schüler- und Elternvertretern eine grundsätzliche Empfehlung ausgesprochen worden, weiterhin am Sitzplatz Maske zu tragen, sagt Schulleiter Michael Arndt. „Die allermeisten Schüler halten sich die allermeiste Zeit an die Empfehlung“, so Arndt. Das bisherige Hygienekonzept, das auch das Tragen der Maske am Sitzplatz beinhaltet, sei wirkungsvoll gewesen. Gelegentlich müsse man einige Schülerinnen und Schüler an die weiterhin bestehende Maskenpflicht auf den Gängen der Schule erinnern. Das Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz bedeute kein generelles Ende der Maskenpflicht an Schulen, vereinzelt werde das verwechselt. Größere Probleme oder generellen Widerstand von Schülern oder Eltern gebe es nicht.

Aus allen Schulen gibt es allerdings auch Aussagen zu Situationen, in denen das Ende der Maskenpflicht positive Auswirkungen auf den Unterricht hatte. In den klassischen Unterrichtssituationen und besonders im Fremdsprachenunterricht bringe die neue Regelung Erleichterung, betont Sabine Brockmann. Die Schüler seien ohne Maske besser zu verstehen. Besonders Schülerinnen und Schüler, die grundsätzlich eher leise sprechen, seien mit Maske nur noch schwer zu verstehen gewesen. „Das hat Nerven gekostet und Tempo aus dem Unterricht genommen“ ergänzt sie.

Insgesamt hat sich durch die neue Verordnung im Schulalltag wenig geändert. Einerseits baten viele Schulen im Vorfeld mit Elternbriefen oder Aushängen um freiwilliges Maskentragen am Sitzplatz, andererseits findet Unterricht durch alle Klassenstufen hinweg nicht selten abseits vom festen Sitzplatz statt.