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Bauen in Siegburg: Das Hin und Her geht weiter

Bauen in Siegburg : Das Hin und Her geht weiter

Das Mühlengrabenquartier in Siegburg wartet noch immer auf den ersten Spatenstich.

"Fertigstellung 2015", frohlockt das blaue Schild. Dass das klappt, kann inzwischen allerdings durchaus bezweifelt werden. Denn neben dem Schild ist weiterhin vor allem eines zu sehen: Brache. Seit mehr als zwölf Jahren ist auf dem ehemaligen Lüghausen-Gelände in Siegburg nichts passiert. Eigentlich soll dort bis zum Herbst des kommenden Jahres das Mühlengrabenquartier mit 44 Wohnungen in vier Stadthäusern sowie einem Fachmarktzentrum entstehen.

2002 hatte die insolvente Firma Lüghausen das Areal an den Lidl-Konzern verkauft. Seitdem gibt es ein ständiges Hin und Her zwischen Stadt und Lidl, das offenbar noch immer kein Ende gefunden hat. Im September 2007 verkündete Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn im Planungsausschuss, die Pläne für das Gelände nähmen "Gestalt an". Ein Lidl-Markt und der Elektronikdiscounter Promarkt sollten zwischen Wilhelm- und Augustastraße Einzug halten.

Gestalt angenommen im wörtlichen Sinn hat heute, sieben Jahren später, nichts. Wenige Wochen nach Huhns Ausspruch 2007 legte die Siegburger CDU die Lüghausen-Pläne vorerst auf Eis - "Denkpause", hieß es damals. Vor allem die FDP kritisierte, dass die CDU mögliche Investoren im Unklaren lasse.

Weitere drei Jahre herrschte anschließend Stillstand - vermutlich, weil die von Stadt und CDU vorangetriebenen Pläne für ein großes ECE-Einkaufszentrum in der Innenstadt Lidl davon abhielten zu investieren. Keine zwei Monate, nachdem ECE vom Tisch war, legte Lidl komplett überarbeitete Entwürfe darauf: die fürs Mühlengrabenquartier. Die Pläne wurden den Gremien präsentiert, Gutachten wurden eingeholt, die Bürger mit einbezogen - 2012 sollte das Bauvorhaben abgeschlossen sein, hieß es.

Heute ist auf dem Gelände noch immer kein Spatenstich gesetzt worden. Bürgermeister Franz Huhn, der im Mai 2013 eigentlich davon ausging, dass das Projekt bis "spätestens" Anfang 2015 fertiggestellt sei, wirkt längst nicht mehr so optimistisch. "Lidl tut sich nach meiner Kenntnis schwer mit den Sortimenten, die im Vertrag zwischen uns und dem Konzern festgeschrieben sind", sagte er dem GA. 2000 der geplanten 7500 Quadratmeter sollen nicht belegt sein, ein Getränkemarkt etwa wolle weniger Fläche belegen als ursprünglich geplant.

Schon bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Bürgermeister Huhn hatte Lidl-Prokurist Jörg Beensen gesagt, dass er sich eher kleinere Flächen gewünscht hätte, die zu höheren Mieten hätten angeboten werden können. Dem stand jedoch das Einzelhandelskonzept der Stadt Siegburg entgegen: Konkurrenz zu den Innenstadthändlern soll demnach vermieden werden.

Beensen meldete sich auf mehrere Anfragen des GA erst nach rund einer Woche und verwies dann auf eine Sprecherin, die nur allgemeine Angaben zum Fortschritt der Baumaßnahme machte: Kreisverkehr und Brücke seien fertig, nach Abschluss der Arbeiten müsse noch ein Begleitweg angelegt werden. "Die Bauarbeiten für die angedachte Wohnbebauung beginnen 2015", sagte sie, konnte sich auf einen Monat jedoch nicht festlegen. Und weiter: "Bezogen auf die Handelsflächen steht Lidl in einem guten Dialog mit der Stadt Siegburg."