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Glosse: So gesehen: Die Küche als Tatort

Glosse: So gesehen : Die Küche als Tatort

Die Kreidezeichnung am Siegburger Bahnhof irritiert auf den ersten Blick. In einem Schaufenster sind die Umrisse eines Körpers zu sehen – als ob gerade der Ermordete im Krimi weggeschafft worden sei.

Man erwartet glatt einen der großen Fernsehkommissare. Wer kommt da wohl, um den Tatort zu sondieren? Der melancholische Sozialhelfer oder der psychopathische Rabauke? Ein Typ Til Schweiger, der lieber sein Schießeisen sprechen lässt? Oder die ganz alte Schule á la Erik Ode, der sich weise am Ohr kratzt und bedächtig die Lösung des Falls vorantreibt? Falsch. Dieser „Tatort“ kommt von der Verbraucherzentrale NRW. Unter dem Motto „Tatort Küche“ richtet sie im Siegburger Bahnhof eine Ausstellung aus. Dabei geht es nicht etwa um kriminell schlechte Kochkünste oder die Verwüstung der Küche während des Kochens (auch das gelegentlich ein Fall für Spurensicherung und Tatortreiniger). Vielmehr will die Verbraucherzentrale für den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren. Es wird nämlich zu viel weggeschmissen. „Pro Person landen statistisch gesehen 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr im Müll“, sagt Umweltberaterin Julia Oberdörster. Wie sich der Fall lösen lässt? Zum Beispiel durch die Planung von Einkäufen.Und: Viele Lebensmittel sind durchaus noch genießbar, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Alles klar, Herr Kommissar?