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Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises: Diese Menschen helfen, Vorurteile abzubauen

Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises : Diese Menschen helfen, Vorurteile abzubauen

Feierliche Premiere auf dem Michaelsberg in Siegburg: Drei Initiativen wurden für ihre vorbildlichen Projekte mit dem Integrationspreis ausgezeichnet.

Integration findet vor der Haustür statt. Deshalb gibt es im Rhein-Sieg-Kreis zahlreiche Beispiele für Menschen, die sich erfolgreich für das Zusammenleben verschiedener Nationalitäten, Religionen und Generationen einsetzen. Am Donnerstagabend feierte der Integrationspreis seine Premiere: Landrat Sebastian Schuster und Serap Güler, Staatssekretärin für Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, zeichneten die Sieger in drei Kategorien aus. Der neue Integrationspreis des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises ist mit jeweils 1000 Euro dotiert.

Erster Integrationpreis einer Kommune

„Es ist der erste Integrationspreis einer Kommune und somit etwas Besonderes“, sagte Serap Güler, die auch Mitglied in der Jury war. Die ausgezeichneten Projekte zeigten, dass jeder etwas tun könne, damit es bei der Integration voran gehe.

Die Jury hatte 16 Bewerbungen in der Kategorie 1 (partizipative Projekte), fünf Bewerbungen in der Kategorie 2 (präventive Projekte) und neun Bewerbungen in der Kategorie 3 (dialogfördernde Projekte) bewertet. Gesucht waren neue regionale Lösungsansätze für die Integrationsarbeit. Ein Beispiel dafür ist die Nähstube in Bad Honnef, die im Oktober 2015 gegründet wurde. Flüchtlingsfrauen und Einheimische treffen sich montags von 14.30 bis 17 Uhr in der Konrad Adenauer Schule, um gemeinsam zu handarbeiten. In der ehrenamtlichen Arbeitsgemeinschaft der Awo Bad Honnef entstehen farbenfrohe und nachhaltige Produkte, darunter die Tasche „Stoff statt Plastik“.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ausgezeichnet

„Verlieren Sie bitte niemals Ihren roten Faden“, gab Güler den Preisträgerinnen mit auf den Weg. Laudator Patrick Ehmann, Geschäftsführer der Diakonie an Sieg und Rhein, erklärte, die Wirkung gehe weit über das gemeinsame Nähen hinaus: „Verständigungsschwierigkeiten werden überwunden, und es wird ein geschützter Raum geschaffen, in dem Gedankenaustausch möglich ist.“ Mit den Erlösen würden zudem weitere lokale Projekte unterstützt und Werte vermittelt. Gleich 23 Frauen kamen zur Preisverleihung, das Preisgeld wollen sie für neue Nähmaschinen einsetzen.

Die Initiative „Respekt! Zeit für Vielfalt, Zeit für Nachhaltigkeit“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg setzt sich seit 2016 für ein diskriminierungsfreies Klima ein und wurde als präventives Projekt ausgezeichnet. Katharina Gebauer, CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Integrationsausschusses des Kreises, sagte: „Es zielt darauf ab, das Miteinander verschiedener Menschen an der Hochschule und in die Region zu fördern.“ Die Veranstaltungsreihe werde sehr professionell umgesetzt und sei eine der größten Aktionen gegen Diskriminierung im Kreis.

"Welcome Scouts" in Sankt Augustin

In der Kategorie „dialogfördernde Projekte“ gewannen die „Welcome Scouts“ der Gutenbergschule in Sankt Augustin. „Die Jury fand es sehr bemerkenswert, dass gerade Kinder und Jugendliche, die selbst stark von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind, von sich aus das Bedürfnis hatten, Flüchtlinge willkommen zu heißen und aktiv mit ihnen in den Dialog zu treten“, sagte Jurymitglied und GA-Redakteur Dylan Cem Akalin in der Laudatio.

Als „Welcome Scouts“ kommen seit 2015 Schüler der Gutenbergschule mit Familien der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) zusammen. Wöchentlich treffen sie sich mit den geflüchteten Kindern und Jugendlichen, um gemeinsam zu basteln, zu backen und zu spielen. „Das Projekt schafft einen Raum, in dem Angst und Vorurteile abgebaut, wertschätzende Begegnungen auf Augenhöhe ermöglicht werden und nachhaltige Kontakte und Freundschaften entstehen können“, sagte Akalin.