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Digitaler Impfpass im Rhein-Sieg-Kreis

Corona-Situation im Rhein-Sieg-Kreis : So bekommt man den digitalen Impfpass

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es seit Freitag weitere Lockerungen. Allerdings tauchten auch drei indische Varianten des Corona-Virus auf.

Weitere Lockerungen sind im Rhein-Sieg-Kreis  seit Freitag möglich, weil auch die Landesinzidenz mittlerweile stabil unter 35 liegt. Im Kreis liegt die Inzidenz weiter unter 20, teilte Kreisdirektorin Svenja Udelhoven am Freitagmittag bei der telefonischen Pressekonferenz zur aktuellen Coronasituation mit.

Die Entwicklung der Corona-Zahlen im Kreis und in Nordrhein-Westfalen machen Hoffnung auf einen Sommer mit mehr Normalität. Seit Freitag dürfen auch die Innenräume der Gastronomie ohne Vorlage eines Negativtestes besucht werden. Es gelten aber weiterhin die Abstandsregeln und die Platzpflicht. Keine Personenbegrenzungen gibt es zudem für Kultureinrichtungen, also Galerien, Museen oder Schlossbesuchen. Veranstalter und Gastronomen müssen aber weiterhin die Rückverfolgung sicherstellen.

Keine Prognose zu Impfstofflieferungen

Schlechte Nachrichten gibt es hingegen von Ingo Freier, dem Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und des Impfzentrums in Sankt Augustin. Das Land lasse sich mittlerweile auf keine konkreten Aussagen zu erwartbaren Impfstoffmengen hinreißen, sagte er. Er rechne daher damit, dass bis mindestens Ende Juni nur Impfstoff für Zweitimpfungen geliefert würden. Auch die Impfstoffmenge, die zunächst für die Betriebsärzte angekündigt worden waren, blieb schließlich um etwa ein Drittel hinter den angekündigten Mengen zurück.

Auch wenn die Neuinfektionen niedrig sind, so registriert das Kreisgesundheitsamt immerhin drei Fälle, bei denen die aus Indien stammende Sars-CoV-2-Variante Delta identifiziert werden konnte. Interessant ist, dass sich im Kreis offenbar der Wildtyp von Sars-CoV-2 wieder stärker durchsetzt. Hatte B1.1.7. noch vor kurzer Zeit die 90-Prozent-Marke durchbrochen, liegen die Mutanten mittlerweile bei nur noch 63,8 Prozent, so Udelhofen. Die Mutanten gelten allgemein als ansteckender und gefährlicher als der Wildtyp. 16 Menschen werden zurzeit in der Region intensivmedizinisch wegen einer Corona-Erkrankung betreut.

Udelhofen weist darauf hin, dass ein elektronisches Impfzertifikat es Geimpften bald möglich machen soll, ihren Impfstatus auch digital nachweisen zu können. Bekanntlich gibt es zwei kostenfreie Apps – die Corona-Warn-App oder die CovPass-App –, auf denen der Nachweis aus den gelben Impfausweis digital festgehalten werden kann. Das Zertifikat ist auf unterschiedlichen Wegen zu erhalten. Als Faustregel gilt, dass man das Zertifikat dort bekommen kann, wo die Impfung erfolgt ist, so Udelhofen.

Digitaler Nachweis zunächst über die KV

 Personen, die im Impfzentrum bereits zweimal geimpft wurden, erhalten den digitalen Nachweis von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in den nächsten Wochen per Post zugesandt, unabhängig davon, ob die Termine über das Portal der KV oder das des Rhein-Sieg-Kreises vereinbart wurden. Hierzu gehören auch die priorisierten Berufsgruppen wie Lehrkräfte, Fachärztinnen und Fachärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Erzieherinnen und Erzieher, die ihre Impfungen in den dezentralen Impfeinheiten erhalten haben. Die KV schicke die Nachweise automatisch und ohne Antrag zu, betont Kreissprecherin Rita Lorenz.

Personen, die in Zukunft im Impfzentrum immunisiert werden, erhalten ihr Impfzertifikat direkt in Sankt Augustin per Ausdruck beziehungsweise Scan. „Die technischen Voraussetzungen werden gerade vorbereitet, sodass in den nächsten Tagen die ersten digitalen Nachweise vor Ort vergeben werden können“, so Lorenz. Außerdem werden ab Montag Apotheken bei Vorlage des Impfpasses einen digitalen Impfnachweis erstellen können.