Ostergrüße aus dem Rhein-Sieg-Kreis Ein Fest, das über die Ostertage hinaus Kraft gibt

Rhein-Sieg-Kreis · Almut van Niekerk, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises an Sieg und Rhein und Kreisdechant Hans Josef Lahr teilen ihre Gedanken zum Osterfest.

 Blick in die Sankt Augustiner Pfarrkirche Sankt Martinus.

Blick in die Sankt Augustiner Pfarrkirche Sankt Martinus.

Foto: Ingo Eisner

Superintendentin Almut van Niekerk: Alles duftet gerade nach Zukunft da draußen. Die wiederkehrende Natur vermittelt mir ein Gefühl der Zuversicht. Die Farben leuchten neu auf. Im Frühling von Hoffnung zu erzählen, das fällt leicht. Diese Jahreszeit ist eine große Hilfe, den Kopf oben zu behalten, wenn um uns herum manches anstrengend ist. Die schlechten Nachrichten setzen sicher nicht nur mir zu. Ostern ist ein Fest, das mir über die Jahreszeit hinaus Kraft und Zuversicht gibt. Gerade in der Verbindung mit Karfreitag.

Karfreitag ist wie eine lange Schweigeminute unserer Gesellschaft. Ein Tag, an dem die Menschen in den Blick kommen, die Leiden ertragen müssen, so wie damals Jesus. Er wurde grausam getötet. Ungerechtigkeit, Krankheit und Kriege zerstören bis heute so viele Leben.

Superintendentin Almut van Niekerk ist Pfarrerin in Sankt Augustin.

Superintendentin Almut van Niekerk ist Pfarrerin in Sankt Augustin.

Foto: Evengelischer Kirchenkreis/Anna Siggelkow/Anna Siggelkow

Manche nervt dieser stille Feiertag. Ich finde es gut, dass es so ein Innehalten gibt. Die Leisen, die Traurigen, die Unglücklichen sollen wenigstens an diesem einen Tag in den Mittelpunkt gerückt werden. Es tut gut zu wissen, dass diese Gefühle gesehen werden. Dann ist auch Wandel und neues Leben möglich.

An Ostern feiern wir Auferstehung, ewiges Leben dereinst, aber auch das Leben jetzt, fröhlich und beschwingt, gemeinsam mit anderen. Das gehört zu meinem Glauben: dass Gott beides in seinen Händen hält. Das nimmt dem Tod und seinem kleinen Bruder, dem Hass, viel von ihrer Macht. Da blüht stattdessen die Lebensfreude auf wie die Kirschbäume. Und hält auch noch länger.

Kreisdechant Hans-Josef Lahr: Wasser aus einer Quelle ist ein starkes Bild. Eine Quelle bringt klares, erfrischendes Wasser hervor, das sich seinen Weg bahnt. Sie reinigt und gibt allem Lebendigen Lebenskraft. Diese Gedanken sind für uns Christen in der Feier der Ostertage von großer Bedeutung. Unser Glaube ist für uns Quelle, aus der wir schöpfen und Kraft finden in den unterschiedlichsten Situationen des Lebens. Jesus selbst bezieht das lebendige Wasser auf sich, indem er sagt: „Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen“ (Johannesevangelium Kapitel 7).

 Kreisdechant Hans-Josef Lahr ist Pfarrer in Hennef.

Kreisdechant Hans-Josef Lahr ist Pfarrer in Hennef.

Foto: Pastoralbüro Geistingen

In der Passionserzählung lesen wir, dass nach dem Lanzenstich des römischen Soldaten aus seiner geöffneten Brustseite ein Quell Wasser entsprang: „Sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ Die Kirchenväter haben hierin schon früh im Wasser das Sakrament der Taufe und im Blut die heilige Eucharistie gedeutet. Jesus sagt an einer anderen Stelle: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben. Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt“ (Johannes, Kapitel 4).

Jesus Christus ist für viele Quelle, aus der alles Lebensnotwendige strömt, dies gibt uns Anlass zum Nachdenken: Woraus beziehe ich die Kraft? Was ist für mich der Quell des Lebens? Woraus entspringen mir Stärken, Ideen, Lebensfreude? Ist es meine Familie, die Freunde, der Glaube an Gott, Christus selbst ...? Lassen wir in diesen Tagen unsere verwundeten Herzen ausruhen an der sprudelnden Quelle des österlichen Segens! So wünsche ich Ihnen Erfrischung an Leib und Seele!

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