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Junges Forum Kunst: Ein Modell "mit älteren Knochen und Rundungen"

Junges Forum Kunst : Ein Modell "mit älteren Knochen und Rundungen"

Nicht nur um die Künstler geht es in einer Ausstellung, die das Junge Forum Kunst (JFK) ab morgen, Mittwoch, 5. August, in seiner Kunst- und Ausstellungshalle zeigt, sondern in erster Linie um deren gemeinsames Modell.

Der Bonner Journalist Helmut Lorscheid, der auf Porträts, Karikaturen, Aktzeichnungen, Fotos und Gemälden zu sehen ist, hat 60 Arbeiten von 40 Künstlern zu seinem 60. Geburtstag zusammengetragen und die Werkschau entsprechend unter den Titel "Sechzig zum Sechzigsten" gestellt.

Das sei "schon ein bisschen egomanisch", so Lorscheid, der aber versichert, dass bei ihm zu Hause "kein Bild mit meinem Konterfei hängt". Der Journalist, der unter anderem in Berlin arbeitet, lernte dort vor einigen Jahren durch Vermittlung eines Kollegen die Malerin Andrea Streit kennen, für die er erstmals posierte.

Schnell sprach sich herum, dass Lorscheid sich als Modell zur Verfügung stelle. Begehrt war er vor allem als einer "mit älteren Knochen und Rundungen", erzählt er mit breitem Grinsen. Regelmäßig lässt Lorscheid sich seitdem fotografieren, zeichnen und malen, wird von etwa acht Volkshochschulen in der hiesigen Region oder auch vom Kulturzentrum Hardtberg für Aktkurse gebucht. "Ich mache jeden Spaß mit", sagt er.

Channah Arc, Fotografin aus Bielefeld, die sich mit ihren Arbeiten an der Ausstellung beim JFK beteiligt, charakterisiert ihn als einen Menschen "zwischen junger Bursche und Revolutionär", als einen, "der gerne provoziert und testet, wo er Grenzen der Gesellschaft überschreiten kann". Er schalte von einem Moment auf den anderen von "jungenhaftem Humor auf brachialen Witz". Gleichzeitig schätzt sie aber wie ihre Kollegin Ricarda Rommerscheidt aus Bonn, dass er "immer er selbst" sei und man ihm beim Posieren keine Vorgaben machen müsse.

Lorscheid hat sich mehrere Jahre in der Berliner Kunstszene engagiert und gehörte 2012 zum Leitungsteam des spektakulären Kunstprojektes Endstation St. Josef, das als autonome Initiative ein halbes Jahr lang Bildende Kunst, Musik, Theater und Literatur im alten leer stehenden Krankenhaus von Königswinter präsentierte. Im Rahmen dieses Projektes war er Mitbegründer des Vereins "Antiform", der auch Träger der jetzigen Ausstellung in Siegburg ist.

"Sechzig zum Sechzigsten", Bis 16. August, Vernissage: 5. August, 19 Uhr, Junges Forum Kunst, Luisenstraße 80 in Siegburg