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Ultra-Schnellladesäule in Siegburg: Ein Stück Zukunftsmusik in der E-Mobiltät

Ultra-Schnellladesäule in Siegburg : Ein Stück Zukunftsmusik in der E-Mobiltät

Schnell und grün den Hybriden tanken: In einem Gemeinschaftsprojekt haben die drei Siegburger Unternehmen Mundorf, Rhenag und Wierig an einer Tankstelle den Ausbau der Ladeinfrastruktur mit regenerativer Stromerzeugung kombiniert.

Was bis gestern noch Zukunftsmusik war, ist jetzt schon möglich. Sie fahren mit Ihrem Hybrid-Fahrzeug an die Ultra-Schnellladesäule, zücken Ihr Mobiltelefon, öffnen die Lade-App, scannen den QR-Code und verbinden Ihr Auto mittels des Ladekabels mit der Säule. Kurz in den Shop, Kaffee trinken, für die Tochter Gummibärchen kaufen, Hände waschen – und wenn Sie dann nach zehn Minuten wieder zurückkommen, setzen Sie sich wieder ins Auto und fahren los. Denn in dieser Zeit ist bereits so viel grüner, nämlich aus der Photovoltaik-Anlage stammender Strom ins Auto geflossen, dass schnell wieder 100 Kilometer zurückgelegt werden können.

Was vor gar nicht allzu langer Zeit noch undenkbar war, ist jetzt in Siegburg durch eine Unternehmenskooperation möglich. Direkt an der Waschstraße der Mundorf-Tankstelle auf der Luisenstraße steht eine Schnellladesäule. Mundorf-Prokurist Christian Kast erklärt: „Sie passt ins Gesamtkonzept der Tankstelle“ und Oliver Zimmermann, Projektleiter E-Mobilität Rhenag, ergänzt: „Es gibt davon nur drei Stück im gesamten Stadtgebiet. Zwei bei der Rhenag in der Bachstraße und auf dem Betriebsgelände an der Wilhelm-Ostwald-Straße und nun hier, die einzig wirklich öffentliche. Hier erhalten Sie in acht Minuten Strom für 100 Kilometer – es kommt natürlich immer auf Ihr Fahrzeug und die Ladekapazität an“.

Die beiden Unternehmen haben gemeinsam mit der Firma Wierig, die für die Bestückung des Daches der Waschstraße mit Photovoltaik-Modulen verantwortlich war, gemeinsame Sache gemacht. „234 Module sind auf dem Dach verbaut, sie produzieren 70 000 Kilowattstunden jährlich, und sorgen für eine Verminderung der CO2-Emissionen um 32 Tonnen. Wer also hier tankt, erhält garantiert grünen Strom“. Noch mache es keinen Sinn, Strom zu speichern, das sei zu teuer. Also wird bei einem Ladevorgang über Nacht grüner Netzstrom des Netzbetreibers unter Förderbedingungen in das Fahrzeug geladen. Dazu Kast: „Die Fördermittel haben wir mit extrem hohem Aufwand erhalten“. Jetzt soll die Zukunft zeigen, ob sich die Investition lohnt.

Fabio Mundorf, geschäftsführender Gesellschafter Mundorf, weiß: „Die Pandemie hat den Allgemeinverkehr bisher stark eingeschränkt. Im Moment laden lediglich bis zu zwei Fahrzeuge pro Tag. Wenn das Leben wieder normal läuft, werden auch die Ladevorgänge mehr. Die Halle ist zukunftsgerecht geplant. Wenn der Andrang größer wird, können weitere Säulen gebaut werden.“ Mit der App oder auch PayPal oder Kreditkarte ist der Ladevorgang schnell erledigt. Infos gibt es unter der Rufnummer ☎ 0800 225 57 93.