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Gymnasium Alleestraße in Siegburg: Eine Woche im Zeichen der deutschen Geschichte

Gymnasium Alleestraße in Siegburg : Eine Woche im Zeichen der deutschen Geschichte

Die Schüler des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg beschäftigen sich eine Woche lang mit der DDR und der Wiedervereinigung. Aufgrund eines Corona-Falls an der Schule jedoch nur in abgespeckter Form.

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Damit endete die 40-jährige Teilung Deutschlands, nachdem ein Jahr zuvor bereits die Mauer gefallen war. „Wir hatten erst überlegt, im vergangenen Jahr etwas zu 30 Jahre Mauerfall zu machen, uns dann aber für das Jubiläum der Wiedervereinigung entschieden“, sagte Sabine Trautwein am Montag. Die Schulleiterin des Gymnasiums Alleestraße berichtete, dass sich die Kollegen monatelang auf das Thema vorbereitet hätten. Doch die geplante Eröffnungsfeier der Festwoche „30 Jahre Wiedervereinigung“, die vom 5. bis 9. Oktober stattfinden sollte, fiel am Montag der Corona-Infektion eines Schülers der Q1-Klasse (elfte Klasse) zum Opfer. „Ich habe erst in der Nacht davon erfahren“, so die Schulleiterin, die die Veranstaltung absagte, während die Schüler der betroffenen Klasse in Quarantäne geschickt wurden.

„Wir machen jetzt alles abgespeckt“, sagte Trautwein etwa mit Blick auf die geplanten Filmvorführungen „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ für die fünften und sechsten Klassen und „Im Niemandsland“ für die siebten bis neunten Klassen. Diese würden nun nur im Klassenverbund gezeigt, so die Direktorin. Ursprünglich war vorgesehen, dass dafür an die hundert Schüler in der Aula zusammengekommen wären. „Viele wissen wenig bis gar nichts über das Wendejahr 1989/90“, sagte Trautwein, die es wichtig findet, die jüngste Geschichte in der Schule aufzuarbeiten.

Lesung, Planspiel und Wanderausstellung

Unverändert stattfinden konnte am Montag die Buchvorstellung von Thomas Schwarz. Der Autor las im Leistungskurs Q2 (Abiturklasse) aus seinem Buch „Wo Recht zu Unrecht wird. Begegnungen mit der Stasi“. Darin hat er seine eigenen Erfahrungen aus den 1980er Jahren als westdeutscher Journalist in Berlin während seiner Tätigkeit bei RIAS Berlin und Radio Hundert 6 verarbeitet. „Wir sitzen hier zusammen und diskutieren über Gott und die Welt“, erklärte Schwarz und fragte die Schüler, wie sie sich denn verhalten würden, wenn sie nur als Stasi-Spitzel zum Studium zugelassen würden. „Ich würde das tun“, war sich die überwiegende Zahl der 13 Jugendlichen einig. Nur zwei lehnten das völlig ab: „Ich kann mir das nicht vorstellen, in so einem Staat aufgewachsen zu sein“, sagte einer. „Es ist schwierig, den Durchblick zu haben. Ich würde Widerstand leisten“, sagte ein anderer.

Abgerundet wird das Schulthema durch ein „Planspiel DDR“, einen Workshop im Haus der Geschichte in Bonn „Karikaturen zur Wiedervereinigung und DDR-Geschichte“, ein Zeitzeugengespräch, eine Wanderausstellung „DDR – Mythos und Wirklichkeit“ und einen Wettbewerb „Deutsch-deutsche Geschichte(n) in Siegburg“, bei dem die Schüler aller Stufen bis zum 9. November eine Geschichte zum Thema einreichen können.