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Plastikbecher fürs Gemeinschaftsgefühl: Eitorfer Schüler jagen den Weltrekord

Plastikbecher fürs Gemeinschaftsgefühl : Eitorfer Schüler jagen den Weltrekord

"Pitch Perfect" heißt der Film, aus dem der sogenannte Cup Song stammt, der bei vielen Jugendlichen derzeit Kult ist. Schließlich stellt der Song unter Beweis, wie schnöde Plastikbecher nicht nur als Musikinstrument Verwendung finden, sondern sogar ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen können.

Einige Schulen hatten bereits den Versuch gestartet, mit einer großen Schüleranzahl einen Rekordversuch zu wagen und den Song simultan aufzuführen. Gestern versuchte das Eitorfer Siegtal-Gymnasium zusammen mit der benachbarten Gemeinschaftsgrundschule, einen Weltrekord aufzustellen, der vielleicht im Guinness-Buch der Rekorde erwähnt werden könnte. 564 Schüler traten an, um den Song gemeinschaftlich zu den Klängen einer Schülerband im Schulforum "Leonardo" zu präsentieren und die Becher als perkussives Begleitinstrument gleichzeitig zu nutzen.

"Die Idee entstand im Unterricht im vergangenen Jahr", sagte Gero Klevenow, Musiklehrer am Siegtal-Gymnasium. "Die Schüler schlugen vor, doch einmal diesen Cup Song gemeinsam zu erarbeiten. Das haben wir dann zunächst mit 20 Schülern ausprobiert", erinnerte sich Klevenow. Dabei entstand fast so etwas wie eine Choreografie, bei der die Plastikbecher während des Spielens sogar untereinander ausgetauscht wurden. Grund genug für Klevenow, die ungewöhnliche Präsentation des Songs mit mehr Schülern zu testen und vielleicht einen Weltrekordversuch zu wagen.

Das geschah schließlich gestern, als 564 Schüler angetreten waren, um mit ihrer Aufführung des Cup Songs ins Guinness-Buch zu gelangen. Vier Kameras hielten aus unterschiedlichen Perspektiven die Aufführung als Videobeweis fest. Außerdem hatten sogenannte Stewards, darunter auch Christoph Käsberg, Leiter der Eitorfer Musikschule, und Stefan Rosemann, seines Zeichens frischgebackener Siegburger Vizebürgermeister, als unabhängige Juroren zu beurteilen, ob dieser Versuch tatsächlich rekordverdächtig ist.

Drei Durchläufe gab es, und am Ende warfen die Schüler schließlich die Becher in die Luft. "Es geht nicht nur um Musik oder um einen verrückten Rekordversuch", sagte Klevenow. "Dieses Projekt soll auch das Selbstbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl der Schüler stärken, die mit Beharrlichkeit und Ausdauer ihre Präsentation gemeinsam erarbeitet haben. Zudem ist es eine Alternative zum Handy, denn jede Minute mit einem Becher in der Hand ist eine Minute ohne Handy", sagte Klevenow.

"Uns hat es riesigen Spaß gemacht, zu Hause mit den Bechern zu üben", sagten die beiden Zehntklässler Marvin Eifert und Giancarlo Ludwig. "Das ist alles optimal gelaufen und ein schöner Abschluss des Schuljahres", sagte Käsberg. Die Videoaufnahmen werden nun zu einem Film zusammengeschnitten, der zusammen mit den Beurteilungen der Stewards nach London geschickt wird. "Ob wir tatsächlich damit ins Guiness-Buch der Rekorde kommen, werden wir erst in drei Monaten erfahren", sagte Klevenow.