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Unfall an der Wahnbachtalsperre: Eltern suchen Helfer ihres verunglückten Sohnes

Unfall an der Wahnbachtalsperre : Eltern suchen Helfer ihres verunglückten Sohnes

Ein Neunjähriger stürzt mit dem Mountainbike in der Kaldauer Grube und verletzt sich schwer. Rettungskräfte können ihn nur mit dem Hubschrauber abtransportieren. Ersthelfer standen dem Jungen und seinem Vater zur Seite - und werden von der Familie nun gesucht.

Es war am Karsamstag. Um die Mittagszeit schien die Sonne – für Markus Jansen aus Königswinter ein guter Zeitpunkt, um mit seinem neunjährigen Sohn zu einer Mountainbike-Tour zu starten. Die beiden radelten an der Wahnbachtalsperre. Als sie durch die Kaldauer Grube fuhren, ein Steinbruch in der Nähe von Seligenthal, passierte es: Der Neunjährige, der hinter seinem Vater herfuhr, fuhr über eine Bodenwelle und stürzte. Markus Jansen wartete zu diesem Zeitpunkt etwa 40 Meter entfernt auf dem Rad auf seinen Sohn. Er konnte nur noch hilflos zusehen. „Ich hörte direkt den Schrei, sprang vom Rad und rannte zu ihm“, erinnert er sich. Als er bei dem jungen Biker ankam, blutete der bereits aus Mund und Nase, unter seinem Kopf bildete sich eine Blutlache. „Ich schrie nur noch: Ruf jemand einen Rettungswagen. Ich hatte panische Angst und konnte das alles absolut nicht einordnen“, erzählt der Familienvater.

Zwei Traxxa-Fahrer (kleine ferngesteuerte Autos) und ein Mountainbiker, die sich zufällig auch an der Unfallstelle befanden, alarmierten sofort die Einsatzkräfte der Feuerwehr und den Notarzt, stellten die Räder der beiden beiseite und halfen ihnen. Markus Jansen leistete währenddessen erste Hilfe für seinen Sohn. „Doch irgendwann heißt es dann nur noch, warten bis der Rettungswagen kommt. Ja, und dann werden Minuten zu Stunden.“

Da die Kaldauer Grube für einen Rettungswagen nur schwer zugänglich ist, riefen die Rettungskräfte einen Hubschrauber zu Hilfe, das Rettungsteam der Christoph 3. Die Helfer transportierten den Neunjährigen etwa eine dreiviertel Stunde nach dem Unfall schwer verletzt in die Bonner Uniklinik. Während des Hubschrauberflugs war der Junge die ganze Zeit ansprechbar. Dass er einen Helm trug, verhinderte schlimmeres. Jetzt braucht der Neunjährige allerdings einen neuen – sein Helm zerbrach bei dem Unfall.

Erst als der Hubschrauber kam, rief Markus Jansen seine Frau Stefanie an. Bei ihr war der Schock groß. Sie fuhr direkt in die Klinik. Eine Leberprellung und eine Gehirnerschütterung war die Diagnose der Ärzte. „Der Anblick vor Ort war echt schrecklich. Der Arzt sagte, hätte er keinen Helm getragen wäre es wesentlich schlimmer ausgegangen“, schildert Stefanie Jansen. 

Dankbar für die Hilfsbereitschaft

Nicht nur dafür sind Stefanie und Markus Jansen jetzt, ein paar Tage nach dem Unfall, dankbar. „Es hätte alles ganz anders laufen können. Ich bin einfach froh, dass so viele tolle Menschen um meinen Sohn herum waren und ihm und uns geholfen haben“, so die Mutter des jungen Bikers. Stefanie Jansen ist dankbar für die Hilfsbereitschaft, die ihrer Familie in diesen Stunden entgegen gebracht wurde. „Der Mountainbikefahrer und die Traxxa-Fahrer vor Ort, das Team der Christoph 3 und die Pfleger und Ärzte des Interdisziplinären Notfallzentrums der Uniklinik Bonn haben sich alle so toll verhalten. Dafür möchte ich einfach Danke sagen.“ Die Königswintererin würde sich freuen, wenn sich die besagten Ersthelfer bei ihr unter stefanie.jansen@rocketmail.com melden würden, damit sie sich auch persönlich noch einmal bedanken kann.

Der neunjährige Mountainbiker befindet sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung, er durfte schon am Dienstag das Krankenhaus verlassen. „Dass es ihm so schnell besser geht, damit hatten auch die Ärzte nicht gerechnet“, erklärt Markus Jansen. Ob der junge Radfahrer wieder auf ein Mountainbike steigt, ist im Moment noch nicht sicher, einen neuen Helm haben seine Eltern aber schon bestellt.