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Neue Zahlen liegen vor: Entscheidung zum Siegburger Rathaus in diesem Jahr

Neue Zahlen liegen vor : Entscheidung zum Siegburger Rathaus in diesem Jahr

Dass das Siegburger Rathaus marode ist, ist nicht zu übersehen. Eine Entscheidung über die Zukunft des 1967 erbauten Verwaltungssitzes soll noch in diesem Jahr fallen. Sanierung oder Neubau auf dem Allianzparkplatz sind die Alternativen.

Undichte Fenster, alte Leitungen, bröckelnde Fassade, provisorische Brandschutztreppen: Dass das Siegburger Rathaus marode ist, ist nicht zu übersehen. Eine Entscheidung über die Zukunft des 1967 erbauten Verwaltungssitzes soll noch in diesem Jahr fallen. Sanierung oder Neubau auf dem Allianzparkplatz sind die Alternativen. Und sollte sich der Rat am Donnerstag nicht mit großer Mehrheit auf eine der Optionen einigen, geben die Siegburger selbst in einem Ratsbürgerentscheid die Antwort. Die vom Fachbüro Arcadis und Wirtschaftsprüfer Klaus Schmitz-Toenneßen vorgelegten neuen Zahlen helfen bei einer Orientierung. Sie sind am Mittwoch Gegenstand im Bau- und Sanierungsausschuss Rathaus und in der anschließenden Bürgerwerkstatt.

Das Arcadis-Gutachten bestätigt grundlegend die von Architekt Klaus H. Petersen in seiner Machbarkeitsstudie ermittelten Fakten zur Rathaussanierung: Sie sei realisierbar und, da sie einen Rückbau bis auf den Rohbau vorsieht, seien keine kosten- oder zeitträchtigen „Überraschungen“ zu erwarten. Gleichwohl empfiehlt Arcadis, größere Puffer einzubauen. So wachsen die vom Architekturbüro Petersen Pörksen Partner (ppp) geschätzten Sanierungskosten von 18,5 Millionen Euro bei Arcadis auf 20,3 Millionen Euro. Um die Auswirkung auf den städtischen Haushalt darstellen zu können, hat die Verwaltung eine andere Betrachtungssystematik angewandt und rechnet mit 19,9 Millionen Euro und 21,8 Millionen Euro.

Wie berichtet, hat die Kreissparkassentochter Pareto für einen Neubau auf dem Allianzparkplatz ein Angebot über 24,5 Millionen Euro vorgelegt. Arcadis bewertet auch diese Machbarkeitsstudie als plausibel, erwartet aber auch in diesem Fall höhere Baukosten. Da Pareto der Stadt einen Festpreis garantiert, spielen eventuell steigende Baukosten für die Verwaltung indes keine Rolle. Sollte die Neubauvariante zum Tragen kommen, kauft der Investor der Stadt das jetzige Rathausgrundstück ab. Bislang hatte er dafür drei Millionen Euro geboten, inzwischen sind es vier Millionen Euro.

Sanierung bleibe die günstigste Variante

Zudem hat er zugesichert, anfallende Kosten für die Verlegung eines Trafo-Gebäudes in Höhe von einer halben Million Euro zu übernehmen. Abzüglich dieser Summen und zuzüglich der anfallenden Grunderwerbssteuer liegen die reinen Baukosten aus haushaltsrechtlicher Sicht bei 22,6 Millionen Euro. Die Idee, den Rathausneubau unter Einbeziehung der jetzigen Marktpassage bis an den Marktplatz vorzuziehen, ist nicht in die Vergleichsrechnung eingeflossen.

„Mit Blick auf die reinen Kosten sind alle Varianten nah aneinandergerückt“, hält Bürgermeister Franz Huhn im Vorfeld der Sitzungen fest. Gleichwohl bleibe die Sanierung die günstigere Variante. Huhn verweist indes auch auf die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung von Klaus Schmitz-Toenneßen.

Der Wirtschaftsprüfer hat die reinen Baukosten um weitere Parameter wie Interimskosten, Investitionen in Ausstattung und IT-Ausbau, künftige Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Tilgungsleistungen berücksichtigt. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsbedarf in Höhe von 21,3 Millionen Euro für die Sanierungsstudie von ppp, 23,2 Millionen Euro für die Arcadis-Sanierungsvariante und 23,5 Millionen Euro für den Neubau. Den Aufwand im Haushaltsplan sieht Schmitz-Toenneßen zwischen 2021 bis 2023 bei den Sanierungsvarianten bei je etwa zwei Millionen Euro, beim Neubau bei einer Million Euro. Während die Sanierungsvarianten das städtische Eigenkapital jeweils rund 1,5 Millionen Euro reduzieren, würde es bei einem Neubau um 979.565 Euro anwachsen.

„Sollte die Politik keine Zweidrittelmehrheit für Sanierung oder Neubau finden, kommt der Ratsbürgerentscheid“, stellt Huhn noch einmal klar. Die Verwaltung liefert dem Rat schon einen entsprechenden Beschlussvorschlag, inklusive Termin: Demnach könnte der Sonntag, 2. Dezember, zum neuen Tag der Entscheidung werden.