Fäkal-Bakterien in Siegburg Es stinkt auf dem Spielplatz

SIEGBURG · Das dürfte manchem Kind stinken: Der neue Spielplatz auf dem Stallberg in Siegburg ist zwar endlich fertig, aber mit Gittern versperrt worden: Zutritt und damit auch das Spielen sind vorerst verboten, weil coliforme Bakterien entdeckt wurden. Aus Vorsicht hat die Stadt den Spielplatz neben dem Rewe-Supermarkt deshalb zunächst nicht freigegeben.

 Zutritt verboten: Weil die Bakterien gefährlich für Kinder mit schwachem Immunsystem sein könnten, hat die Siegburger Verwaltung den neuen Spielplatz abgesperrt.

Zutritt verboten: Weil die Bakterien gefährlich für Kinder mit schwachem Immunsystem sein könnten, hat die Siegburger Verwaltung den neuen Spielplatz abgesperrt.

Foto: Stadt Siegburg

Ohnehin hatte sich die Fertigstellung hingezogen: Der Investor, der die Grundstücke und die "Färberei"-Straße auf dem Stallberg erschlossen hat, hatte der Stadt den Spielplatz geschenkt, war aber, so die Verwaltung, "mit der Übergabe des Platzes überhaupt nicht in die Gänge gekommen".

Ursprünglich hatte der Spielplatz bereits vor fast einem Jahr, am 30.Juni 2012, fertig sein sollen. Mehrmals verzögerte sich die Übergabe an die Stadt, auch durch den kalten und langen Winter. Im April und Mai wurden der Sand aufgebracht und die Spielgeräte, eine Spende der Firmen Cognis und Rewe, der Kreissparkasse und der städtischen Schmitz-Stiftung, installiert. Schließlich wurden noch ein Zaun aufgebaut und Rollrasen verlegt.

Als Ende Mai Mitarbeiter des Siegburger Baubetriebsamtes Fundamente für eine Sitzbank legen und Papierkörbe aufstellen wollten, bemerkten sie einen fauligen Geruch, der aus dem Erdreich nach oben stieg. Ein Kölner Gutachter wurde beauftragt, Bodenproben vom Spielplatz zu untersuchen, und er teilte mit, dass er coliforme Bakterien festgestellt habe, die aus Fäkalien stammen. Weil diese für Kinder mit schwachem Immunsystem gefährlich werden können, wurde der Spielplatz vorsorglich gesperrt. Woher die Bakterien kommen, ist bisher unbekannt. Ein Zusammenhang mit dem Chemieunternehmen Kepec, das früher auf dem Grundstück ansässig war, bestehe nicht, betonte Siegburgs Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger jüngst im Rat.

Als das Grundstück vor zwei Jahren abgenommen worden sei, sei alles "hundertprozentig sauber" gewesen, sagte Guckelsberger. Heute soll es nach Auskunft der Stadtverwaltung ein Gespräch aller Beteiligten geben. Dann werden auch weitere Bodenproben genommen. Noch am Nachmittag könnte es weitere Informationen darüber geben, wann der Spielplatz schließlich für die Kinder geöffnet werden kann.