Zukunftsdialog der CDU Siegburg Experte sieht den Schlüssel in der "Zivilgesellschaft"

SIEGBURG · Eine ständig steigende Zahl älterer Menschen bei gleichzeitigem Rückgang jüngerer Generationen und einer Schrumpfung der Gesellschaft insgesamt bis zum Jahr 2030 erfordern Maßnahmen, damit auch zukünftig noch ein harmonisches Zusammenleben von Jung und Alt gewährleistet ist. Für einen Zukunftsdialog in der Rhein-Sieg-Halle hatte die CDU Siegburg Carsten Große Starmann von der Bertelsmann Stiftung als Referenten gewonnen, der den rund 350 Zuhörern die Gründe und die Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland und der Region verdeutlichte.

Danach gehören zu den Eckpunkten der Bevölkerungsentwicklung sinkende Geburtenzahlen, steigende Lebenserwartungen und daher mehr ältere und alte Menschen sowie Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands und durch Zuzüge von außen.

Bedingt durch eine niedrige Geburtenhäufigkeit sei auch die Anzahl potenzieller Mütter in der Zukunft rückläufig. Man könne die Fakten nicht ändern, sondern nur frühzeitig darauf reagieren. Das bedeute eine riesige Herausforderung bei der erforderlichen Infrastruktur, und immer seien die Interessen aller Generationen zu beachten. Er warnte beispielsweise Kommunen davor, Wohngebiete ausschließlich für junge Familien zu schaffen. Denn die würden auch zusammen älter und stellten die Politik dann vor riesige Probleme.

Siegburg gehört in Deutschland zu den sogenannten prosperierenden Kommunen im Umfeld dynamischer Wirtschaftszentren und bietet älteren wie jüngeren Bürgern eine hohe Lebensqualität. Dennoch müsse man die Veränderungen bis 2030 im Blick haben. Einen ganz wesentlichen Faktor, damit das System funktioniert, sieht Große Starmann in der "Zivilgesellschaft". "Ohne Hilfe untereinander wird es nicht gehen", mahnte der Fachmann. "Die Verwaltung kann noch so gut sein, alleine wird sie die Aufgaben zukünftig nicht bewältigen können", so seine Einschätzung.

Bürgermeister Franz Huhn verwies im Anschluss darauf, dass man im Rathaus die Zeichen der Zeit erkannt habe und schon heute bereits an morgen denke. Er erinnerte an die flächendeckende Nahversorgung, Ansiedlung von Ärzten, ein hervorragendes ÖPNV-Netz sowie eine Vielzahl von Plätzen in Senioren- und Pflegeheimen. Für junge Familien stünden schon jetzt zahlreiche Kindertagesstätten, die später - nach Bedarf - sicher auch als Seniorenbegegnungsstätten genutzt werden könnten sowie Spielplätze zur Verfügung. Ferner biete die Stadt ein breit gefächertes Angebot verschiedener Schulsysteme. Und aufgrund eines blühenden Vereinslebens sowie des vielfältigen Einsatzes ehrenamtlicher Kräfte mache er sich auch keine Sorgen um die Zivilgesellschaft.

Weitere Infos zum demografischen Wandel gibt es auf www.wegweiser-kommune.de.