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Fahrrad aus Radstation in Siegburg gestohlen: Vorfall löst Diskussion um Sicherheit aus

Trotz Zugangssperre und Schutzkette : Diebe stehlen in Siegburg Fahrrad aus Radstation

Trotz Zugangssperre und Schutzkette haben Diebe in Siegburg ein Fahrrad aus der Radstation am Bahnhof gestohlen. Der Vorfall löst eine Diskussion um die Sicherheit solcher Stationen aus.

Betreiber von Fahrradstationen werben mit „bewachten, sicheren und günstigen Fahrradparkplätzen“ und Orten, an denen man sein „Fahrrad sicher abstellen“ könne. Doch wie sicher sind Radstationen, die Pendlern den Übergang vom Fahrrad- und Personennahverkehr komfortabler gestalten sollen, wirklich? Trotz der Schutzmaßnahmen sind Diebstähle nicht unmöglich, wie ein Fall aus der Fahrradstation am ICE-Bahnhof in Siegburg zeigt, der im Dezember im sozialen Medium Facebook bekannt wurde: Dort hatte ein Nutzer der Fahrradstation um Hilfe bei der Suche nach einem hochwertigen Mountainbike gebeten, das ihm trotz Sicherung mit einem kräftigen Kettenschloss aus der als „sicher“ beworbenen Station entwendet worden sei. In die Fahrradstation in Siegburg kommt man nur als registrierter Nutzer mit einer persönlichen Codekarte, mit der sich die Tür öffnen lässt. „Mir ist aber auch bekannt, dass die Zugangsautomatik schon mal defekt war“, schreibt der Nutzer im Netz.

Keine weiteren Vorfälle bekannt

Einen Standard für den Begriff „sicher“ gibt es nicht und auch die Angebote, Preise und Eigenschaften der Fahrradparkhäuser unterscheiden sich. Zugangskontrollen und zum Teil auch Bewachung machen es Fahrraddieben schwer. Die Stadt Siegburg als Betreiber der Fahrradstation bedauere den Diebstahl, teilte Pressesprecher Jan Gerull auf Anfrage mit und betonte: „Zum Glück ist das bislang die Ausnahme.“ So wisse die Stadt aus den vergangenen Jahren nur „von einer größeren Entwendung“, so Gerull, „damals hatte jemand sein Laptop auf dem Fahrrad vergessen“, und eine andere Person hätte es mitgenommen.

Auch die Stellplätze am Siegburger Bahnhof werden von den Nutzern sehr gut angenommen. Foto: Dylan Cem Akalin

Und auch bei der Polizei, bei der angezeigte Fahrraddiebstähle erfasst werden, sind aus der Fahrradstation in Siegburg keine weiteren Vorfälle oder Auffälligkeiten bekannt, bestätigte Polizeisprecher Stefan Birk, sehr wohl aber von den unbewachten Fahrradabstellanlagen am Bahnhofsvorplatz, dem Europaplatz:

Dort seien im Jahr 2019 insgesamt 23 Fahrraddiebstähle angezeigt worden, bestätigte die Polizei auf Anfrage. Bekannt sei aber auch, dass längst nicht jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht werde. Eine Diebstahlversicherung habe die Fahrradstation in Siegburg nicht und eine Haftung seitens der Stadt werde im Nutzungsvertrag, der für 24 Euro im Jahr den Zugang zur Fahrradstation vorsieht, ausgeschlossen, teilte die Stadt mit: „Eine Bewachung oder Verwahrung des eingestellten Fahrrads oder eine sonstige Tätigkeit, welche über die reine Raumüberlassung hinausgeht, findet nicht statt.“ Versicherungen oder Haftungsübernahmen bieten auch die umliegenden Fahrradparkhäuser, Radstationen und Radhäuser in Bonn, Sankt Augustin oder Bergisch Gladbach nicht. Doch ihre Parkflächen für Fahrräder werden immerhin bewacht.

„Unser Innenraum ist videoüberwacht. Das ist Bestandteil der Nutzungsvereinbarung“, erklärte Eva Stocksiefen von der Stadt Sankt Augustin, die am Nahverkehrsknotenpunkt an der Haltestelle im Zentrum das Radhaus betreibt. Für die 80 Stellplätze des im Juli 2018 eröffneten Radhauses seien derzeit 79 Chipkarten für eine jährliche Verwaltungsgebühr von 20 Euro ausgegeben worden. Während rund um die Haltestellen Sankt Augustin-Zentrum und Kloster alljährlich zahlreiche Fahrräder entwendet werden, der General-Anzeiger berichtete, sei dies im Radhaus bislang noch nie geschehen, betont die Stadt auf Nachfrage. Aus der Radstation am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach, deren Nutzer einen persönlichen Stellplatz für 99 Euro im Jahr buchen können und per Chipkarte Zugang erhalten, seien bislang keine Diebstähle berichtet worden.