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Kunst an Sankt Hedwig in Siegburg: Fotos an der Kirche laden zum Bleiben ein

Kunst an Sankt Hedwig in Siegburg : Fotos an der Kirche laden zum Bleiben ein

Für das kreative Kunstprojekt am Kirchengebäude hat der Fotograf flüchtige Momente mit der Kamera eingefangen. Das Interesse an der außergewöhnlichen Ausstellung ist groß.

Wer in diesen Tagen im Stadtteil Zange spazieren geht und an der Kirche Sankt Hedwig vorbeikommt, der stutzt unwillkürlich und hält inne. An der Vorderseite des Kirchengebäudes wurden zehn Fotografien angebracht, die zum genaueren Hinschauen einladen. Tempelwächter im Tempel von Karnak, ein einsamer Junge in einer lichtdurchfluteten Landschaft von Namibia, indische Mönche, eine Muscheltaucherin in Myanmar und ein Mann mit Kamelen mitten in der Wüste Gobi.

„Das alles erzählt von der Vielzahl und Verschiedenheit der Menschen, Völker und Kulturen“, die es auf der Erde gibt“, erklärt Gerda Stommel, die zusammen mit ihrem Mann Heinz Josef Stommel das Kunstprojekt am Kirchengebäude umsetzte. Inspiriert wurde das Ehepaar, das sich seit elf Jahren im Freundeskreis der Kirche Sankt Hedwig engagiert, durch seinen Urlaub auf der bretonischen Halbinsel Ile Tudy. Dorthin fahren die beiden seit 2013 in Urlaub und lieben die Nähe zum Meer, die Farben der Landschaft und das bretonische Lebensgefühl.

Im vergangenen Jahr entdeckten sie eine Kunstausstellung der Bilder des bretonischen Fotografen Georges Daoudal auf der Mauer des dortigen Friedhofs. Daoudal erklärte dem Ehepaar, dass seine Bilder in den vergangenen Jahren auf seinen Weltreisen entstanden und er das Ziel verfolge, flüchtige Momente über die Fotografie einzufangen. Seine „Bilder gegen das Verschwinden“ setzte der Künstler ganz bewusst in das Spannungsfeld des naheliegenden Friedhofs.

Charisma-Werbung für Gott

Den Freundeskreis der Kirche Sankt Hedwig konnte das Ehepaar Stommel dann schnell für eine Ausstellung der Bilder Daoudals auf der Zanger Kirchenwand begeistern. Mit Genehmigung des Künstlers entstanden zehn wasserfeste Reproduktionen im Format 50 mal 70 Zentimeter, die im Rahmen einer Wortgottesfeier am vergangenen Donnerstag ihre Vernissage hatten. Karin Stenzel sprach bei der Feier über das Thema Charisma-Werbung für Gott – „in allem wirkt der eine Gott.“ Dabei zitierte sie auch den 1.Korintherbrief: „Es gibt Verschiedenheit in den Wunderkräften, doch es ist derselbe Gott, der alles in allem wirkt.“

Bis in den Spätsommer sollen die Bilder an der Kirche hängen bleiben. Bereits jetzt zeigt sich, wie groß das Interesse an dieser Open-Air-Kunstausstellung ist. Erklärungen zur Kunst finden sich im Schaukasten der Kirche. Der Blick auf die faszinierenden Landschaften bringt flüchtige Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen. „Ob sie nun dem Buddhismus, Hinduismus oder Christentum angehören. Wir müssen uns doch im Klaren sein, dass jeder Mensch und jede Religion verschieden ist, aber derselbe Gott in allen Menschen sichtbar wird“, sagt Gerda Stommel.

Die nächste Wortgottesfeier in der Kirche Sankt Hedwig ist am Donnerstag, 1. Juli, ab 18.30 Uhr. Am 20. August ist dann die 100. Feier zum Thema „Das größte ist die Liebe“.