Rathaussturm in Siegburg Franz Huhn und das Prinzenpaar duellierten sich mit Worten und beim Kochen

SIEGBURG · Seit Samstag regiert in Siegburg der Karneval. Mit einem Kochduell bezwangen die Siegburger Karnevalisten ihren Bürgermeister und zogen ins historische Rathaus ein. Dabei ließen sie sich weder durch Regen noch durch niedrige Temperaturen abschrecken.

 Huhn am Spieß gab's für den gleichnamigen Bürgermeister (5.v.l.) von Prinz Rafael I.

Huhn am Spieß gab's für den gleichnamigen Bürgermeister (5.v.l.) von Prinz Rafael I.

Foto: Holger Arndt

Ein Meer aus bunten Regenschirmen säumte am Samstag pünktlich ab 11.11 Uhr den Siegburger Marktplatz. Trotz des schlechten Wetters ließen sich die Siegburger Jecken ihren Sturm auf das historische Rathaus, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist, nicht nehmen.

Doch wie erwartet, räumten Bürgermeister Franz Huhn und seine Gefolgschaft ihre Posten nicht kampflos. Beim anschließenden Kochduell zeigte sich aber schnell, dass das Kulinarische nicht zu den größten Stärken der Regierenden Siegburgs gehört.

Zuvor hatte Huhn sich noch siegessicher gezeigt und die Siegburger Karnevalsvereine und Feierlustigen mit einem dreifachen "Siegburg Alaaf" begrüßt. "Wir behalten unser Rathaus", rief er Prinz Rafael I. zu. "Ihr wollt die Kamelle in euren Köpfen jetzt auch noch in unser Rathaus bringen, doch das werden wir verhindern."

Aber das Siegburger Prinzenpaar war auf die Gegenwehr vorbereitet, und Prinz Rafael I. hatte, in Anspielung auf den Namen des Bürgermeisters, Huhn am Spieß mitgebracht. "Unser Bürgermeister will die Erstürmung verhindern, doch wir sind in der Überzahl", rief der Prinz seinen Untertanen zu.

Nach einem eifrigen Rededuell ließen Prinz und Bürgermeister schließlich Taten folgen. Ein Kochwettstreit sollte die Entscheidung im Kampf ums Rathaus herbeiführen. Drei Gänge mussten Team Bürgermeister und Team Prinzenpaar anrichten. Doch die Jury war dem Stadtoberhaupt, das sich eher aufs Dirigieren als auf handfestes Anpacken konzentrierte, nicht wohlgesonnen.

Nach seiner eindeutigen Niederlage hisste der Bürgermeister schließlich die weiße Flagge, ergab sich und übergab dem Prinzenpaar den goldenen Schlüssel zum Rathaus. "Bis Aschermittwoch werden wir nun das machen, was wir am besten können: Schlafen, schlafen, schlafen", verabschiedete sich Huhn von seinen Bürgern.

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