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Essenausgabe in Siegburg gestartet: Frisch zubereitet statt aus der Dose

Essenausgabe in Siegburg gestartet : Frisch zubereitet statt aus der Dose

Nach der Themenwoche „Suppe kochen leicht gemacht“ startet das Kulturcafé in Siegburg wieder mit kostenfreier Essensausgabe. Die Mahlzeiten werden im Einmachglas ausgegeben.

Das Kulturcafé an der Ringstraße, eine Jugendeinrichtung der Kirchenkreise An Sieg und Rhein und Bonn unter der Trägerschaft des Kinder- und Jugendreferats, ist eine beliebte Anlaufstelle für viele Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen aufgrund familiärer und finanzieller Probleme oder von Problemen in Schule und Ausbildung. Dort können sie Sorgen und Nöte ansprechen, „sich ihren Kummer von der Seele reden – und wir helfen ihnen, ihr Leben zu sortieren“, berichtet der Leiter des Hauses, René Lobe.

Aufgrund der strengen Corona-Schutzverordnung kann derzeit nur eine Einzelberatung und Betreuung nach Anmeldung erfolgen. Eine wesentliche Rolle im „Normalbetrieb“ spielen auch das Miteinander der Jugendlichen und der Austausch untereinander sowie das gemeinsame Kochen und Essen. Das ist seit Dezember 2020 ebenfalls nicht mehr möglich. Daher bietet das Kulturcafé im Rahmen des Projektes #Dubistunswichtig eine Alternative zum gemeinsamen Kochen an.

Gestartet wurde mit der Themenwoche „Suppe kochen leicht gemacht“. Jeden Tag gab es auf Instagram Tipps und Tricks, wie man kostengünstig, einfach, schnell und lecker auch mit Produkten aus dem Foodsharing eine Suppe zubereiten kann. „Wir möchten damit zeigen, dass man aus wenig etwas machen und alles verwerten kann“, sagt Wolfgang Schmitz, Leiter des päda­gogischen Kochangebots im „Kulti“. Das ist seiner Meinung nach gerade jetzt besonders wichtig, weil viele Jugendliche coronabedingt von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen seien und große finanzielle Einbußen hätten.

Mit Abschluss der ersten Themenwoche am vergangenen Freitag startete das neue Projekt „Kultis Koch Werkstatt“. Wie bereits im ersten Lockdown kann nun wieder eine Essensausgabe an Bedürftige angeboten werden. Zunächst einmal in der Woche erfolgt die Ausgabe unter Berücksichtigung der gültigen Corona-Schutzverordnung. Wer ein Gericht haben möchte, meldet sich telefonisch oder per Instagram an und vereinbart einen Termin zur Abholung.

Die Mahlzeit darf nicht in der Einrichtung verzehrt werden. Das Gericht wird in einem klassischen Einmachglas ausgegeben, für das 50 Cent Pfand erhoben werden. Jedes Glas ist mit ausschließlich biologisch-regionalen Zutaten gefüllt, man muss lediglich kochendes Wasser zugeben. Bei der nächsten Ausgabe bringt man das Glas zurück und bekommt im Gegenzug kostenfrei ein neues mit dem nächsten Gericht. Das jeweilige Gericht der Woche wird außerdem auf Instagram vorgestellt, sodass jeder auch die Gelegenheit hat, es nachzukochen.

Erste Empfängerin einer frisch zubereiteten Gemüsesuppe samt Brötchen war Jessika. Die 22-Jährige ist seit Januar in Kurzarbeit und freute sich über das gefüllte Einmachglas. Aber auch darüber, „mit Leuten zu reden und den Kontakt weiter aufrechtzuerhalten“.